{"id":136,"date":"2021-07-04T23:02:00","date_gmt":"2021-07-04T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/?p=136"},"modified":"2021-07-11T15:16:36","modified_gmt":"2021-07-11T15:16:36","slug":"wochenabschnitt-1-bereschit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/bereschit\/wochenabschnitt-1-bereschit\/","title":{"rendered":"Wochenabschnitt (1): \u201eBERESCHIT\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kapitel 4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Kain und Abel<\/strong><\/h1>\n<h2><strong>4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Geburt von Kain (4: 1)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d0<\/strong> \u05d5\u05b0\u05d4\u05b8\u05a3\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05d9\u05b8\u05d3\u05b7\u0596\u05e2 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d7\u05b7\u05d5\u05bc\u05b8\u05a3\u05d4 \u05d0\u05b4\u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u0591\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b7\u05a8\u05d4\u05b7\u05e8\u0599 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b5\u05a3\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e7\u05b7\u0594\u05d9\u05b4\u05df \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b9\u0595\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05e7\u05b8\u05e0\u05b4\u05a5\u05d9\u05ea\u05b4\u05d9 \u05d0\u05b4\u0596\u05d9\u05e9\u05c1 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d9\u05bd\u05d9 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(1) Der Mensch aber hatte seine Frau Chawa erkannt. Sie empfing und gebar den Kain; sie sprach n\u00e4mlich: \u201cIch habe einen Mann mit dem Herrn erworben.\u201d<\/strong><\/p>\n<p>(1) <strong><em>Der Mensch aber hatte seine Frau Chawa erkannt. Sie empfing und gebar den Kain<\/em>\u2026<\/strong> In Bezug auf die Geburt scheinen die W\u00f6rter \u201e<em>erkannte<\/em>\u201c und \u201e<em>schwanger<\/em>\u201c \u00fcberfl\u00fcssig zu sein, da sie der Bedeutung der Geschichte nichts hinzuf\u00fcgen. Dies bedeutet jedoch nur, dass sie auf einer tieferen Ebene verstanden werden m\u00fcssen &#8211; was auf bestimmte Stadien in der pers\u00f6nlichen Entwicklung von Adam und Eva hinweist. Das hei\u00dft, diese Begriffe weisen darauf hin, dass Adam und Eva sich nicht nur durch die Geburt ihres Kindes, sondern auch noch fr\u00fcher, zum Zeitpunkt der sexuellen Kenntnis und Empf\u00e4ngnis, wesentlich ver\u00e4ndert und weiterentwickelt haben. Gleiches gilt f\u00fcr den Menschen im Allgemeinen.<\/p>\n<p>(1) \u2026<strong><em>und gebar den Kain; sie sprach n\u00e4mlich: Ich habe einen Mann mit dem Herrn erworben<\/em><\/strong> Das Wort \u201e<em>kaniti<\/em>\u201c wird w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt als \u201eIch habe erworben\u201c. Der Name Kain ist grammatisch verwandt mit (und in der Tat abgeleitet von) \u201e<em>kaniti<\/em>\u201c. Kains Essenz ist, dass er eine \u201ePerson ist, die erwirbt\u201c. Er sehnt sich danach, \u201edie Welt zu erwerben\u201c und sie zu transformieren, weshalb er sich, wie wir gleich sehen werden, f\u00fcr die Landwirtschaft entscheidet. Diese Sehns\u00fcchte sollen keineswegs als etwas Negatives verstanden werden, im Gegenteil, dieses Verlangen entspricht voll und ganz dem g\u00f6ttlichen Gebot, \u201edie Erde zu f\u00fcllen und sich Untertan zu machen\u201c (1:28). Dieses Konzept hat jedoch auch seine T\u00fccken, mit denen sich Kain anschlie\u00dfend auseinandersetzen muss.<\/p>\n<p>(1) \u2026 <strong><em>Ich habe einen Mann mit dem Herrn erworben<\/em><\/strong>\u00a0 Es gibt zwei verwandte, aber unterschiedliche Bedeutungen f\u00fcr Evas Botschaft. Erstens: \u201cIch habe ein m\u00e4nnliches Kind mit der (d. h. durch die) Hilfe des Herrn gewonnen\u201c. Und zweitens: \u201eIch habe dieses m\u00e4nnliche Kind erworben und mit ihm auch den Herrn\u201c. Das hei\u00dft, sie hat eine neue Ebene der Gottseligkeit erreicht. Eva bekam nicht nur einen Sohn mit der Geburt von Kain, sondern auch den Status eines Elternteils, das hei\u00dft eines Sch\u00f6pfers.<\/p>\n<p>Gott ist im Grunde sowohl Geber als auch Sch\u00f6pfer &#8211; Er schuf den Menschen und gab ihm Leben. Am Anfang wurde also ein Mensch geschaffen, der die Gabe des Lebens von Gott empf\u00e4ngt und Empf\u00e4nger ist, aber er selbst erschafft oder gibt sie noch nicht. Diese Kluft, die einen Menschen anf\u00e4nglich von Gott trennt, ist ein sehr bedeutendes menschliches Problem. Aber wir beheben diese Situation, indem wir Kinder nach unserem eigenen Abbild erschaffen, so wie Gott es tut (1:26, 9:3). Dies gibt uns einen Weg, Gott n\u00e4her zu kommen, indem wir nicht nur unsere F\u00e4higkeit zu empfangen, sondern auch die des Gebens ausbilden. Und vor allem &#8211; um Leben zu schenken.<\/p>\n<p>Ein Kind zu geb\u00e4ren ist nat\u00fcrlich nicht der einzige Weg, ein Sch\u00f6pfer zu werden. Man kann Gott auch durch andere sch\u00f6pferische und positive Handlungen n\u00e4herkommen. Die Geburt eines Kindes ist jedoch eine der effektivsten M\u00f6glichkeiten, dies zu erreichen.<\/p>\n<p>Aus dieser Perspektive steht Kain im Mittelpunkt der Welt, da Adam und Eva durch ihn Eltern und Sch\u00f6pfer wurden und so n\u00e4her an den Herrn heranr\u00fcckten. Daher sagt die Tora nicht (wie es normalerweise der Fall ist): \u201eSie gebar einen Sohn und nannte ihn Kain.\u201cVielmehr steht geschrieben: \u201eSie gebar Kain\u201c, das hei\u00dft \u201eErwerb\u201c &#8211; sie gebar ihren eigenen neuen Status.<\/p>\n<h2><strong>4.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Geburt Abels (4: 2)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d1<\/strong> \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b9\u05a3\u05e1\u05b6\u05e3 \u05dc\u05b8\u05dc\u05b6\u0594\u05d3\u05b6\u05ea \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0596\u05d9\u05d5 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d4\u05b8\u0591\u05d1\u05b6\u05dc \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u05d9\u05be\u05d4\u05b6\u05a8\u05d1\u05b6\u05dc\u0599 \u05e8\u05b9\u05a3\u05e2\u05b5\u05d4 \u05e6\u05b9\u0594\u05d0\u05df \u05d5\u05b0\u05e7\u05b7\u0595\u05d9\u05b4\u05df \u05d4\u05b8\u05d9\u05b8\u0596\u05d4 \u05e2\u05b9\u05d1\u05b5\u05a5\u05d3 \u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(2) \u201eSie gebar ferner seinen Bruder, den Hebel. Hebel ward ein Schafhirte, Kain aber war ein Ackerbauer.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>(2) <strong><em>Sie gebar ferner seinen Bruder, den Hebel\u00a0 <\/em><\/strong>Die Idee des \u201eFortgesetzten\u201c (ausgedr\u00fcckt durch das Wort \u201ctosef\u201d &#8211; \u201ezus\u00e4tzlich\u201c, \u201eferner\u201c) unterstreicht, dass diese zweite Geburt nicht unabh\u00e4ngig und damit auf Augenh\u00f6he, sondern in ihrer Relation zur ersten Geburt lediglich als\u00a0 zweitrangig bewertet wird. Auch in der Tora hei\u00dft es hier nicht, wie zuvor in Bezug auf Kain, dass \u201eAdam Eva erkannte und sie empfing\u201c. Diese Details sind f\u00fcr die Geburt von Abel nicht von Bedeutung, da sie kein neues Stadium in der Entwicklung von Adam und Eva darstellen.<\/p>\n<p><strong><em>seinen Bruder, den Hebel\u00a0 <\/em><\/strong>Wenn es die Essenz von Kain ist, ein Sohn zu sein, um \u201edie Welt zu erwerben\u201c und dadurch den Status von Adam und Eva zu \u00e4ndern, indem sie zu Eltern gemacht werden, dann muss die Essenz Abels diejenige eines Bruders sein, der eine Art Erg\u00e4nzung und Zusatz zu Kains Existenz ist. (Es w\u00e4re nicht n\u00f6tig gewesen das Offensichtliche zu erw\u00e4hnen, die Tatsache dass Abel Kains Bruder war, es sei denn die Tora wollte diesen besonderen Aspekt besagter Bruderschaft zum Ausdruck bringen.)<\/p>\n<p>Die Geburt von Abel hat keinen Einfluss auf den Status von Adam und Eva, da sie bereits Eltern sind. Aber es ver\u00e4ndert Kains Status radikal und schafft eine neue Realit\u00e4t: Er h\u00f6rt auf, ein einziger Sohn zu sein und wird ein Bruder. Abels Aufgabe ist es, Kain zu korrigieren, ihn von seiner zentralen Position zu l\u00f6sen und so f\u00fcr ihn und f\u00fcr die Welt das Konzept der Br\u00fcderlichkeit zu schaffen. So verwandelt sich Kain vom \u201eeinzigen Sohn\u201c in \u201eSohn und Bruder\u201c, der nun die Existenz des \u201eanderen\u201c und das Bed\u00fcrfnis, mit ihm zu teilen, ber\u00fccksichtigen muss.<\/p>\n<p>Diese \u201eHerabstufung\u201c ist ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr jeden Erstgeborenen, der sich damit auseinandersetzen muss. Wenn ein Bruder oder eine Schwester in einer Situation geboren wird, in der das erste und (bis jetzt) \u200b\u200beinzige Kind seinen zentralen Platz in der Familie bereits eingenommen hat \u2013 wenn es beispielsweise zwischen drei und f\u00fcnf Jahren alt ist \u2013, kann daraus eine ernste Krise entstehen. Der Erstgeborene, der pl\u00f6tzlich entdeckt, dass jemand anderes seinen Platz beansprucht, erlebt schwere Frustrationen, die Neid und sogar Hass hervorrufen k\u00f6nnen. Die freudige Aussage der Eltern \u00fcber das bevorstehende Erscheinen eines Bruders oder einer Schwester in ihrem Haus macht dem ersten Kind etwa so viel Freude, als w\u00fcrde ein Ehemann seiner Frau sagen: \u201eIch liebe dich so sehr, meine Liebe! Oh, und \u00fcbrigens, ich werde bald eine zweite Frau heiraten\u201c.<\/p>\n<p>Kain hat diese Pr\u00fcfung der Br\u00fcderlichkeit nicht bestanden. Die gesamte nachfolgende Menschheitsgeschichte tr\u00e4gt diese Konsequenzen als eine schwere Belastung bis zum heutigen Tage weiter. Konflikte zwischen Erstgeborenen und ihren j\u00fcngeren Br\u00fcdern sind ein h\u00e4ufig wiederkehrendes Thema im gesamten Buch der Genesis und finden ihre L\u00f6sung erst im Buch des Exodus, in der Beziehung zwischen Moses und Aaron.<\/p>\n<p>Der Name Abel wird auf Hebr\u00e4isch \u201eHewel\u201c ausgesprochen. Dies ist das Wort, das verwendet wird, um den warmen Dampfsto\u00df zu bezeichnen, der den Mund in der frostigen Winterluft verl\u00e4sst und dann sofort verschwindet. Das gleiche Wort symbolisiert auch v\u00f6llige Sinnlosigkeit und Bedeutungslosigkeit, so wie es ist geschrieben in dem ber\u00fchmten Er\u00f6ffnungsvers des Buches Kohelet (Ekklesiastes), \u201eEitelkeit der Eitelkeiten, alles ist Eitelkeit.\u201c Somit sind die beiden Br\u00fcder Antipoden. Wenn Kain Erwerb, Stabilit\u00e4t und Solidit\u00e4t darstellt, dann ist Abel Leichtigkeit, Verg\u00e4nglichkeit.<\/p>\n<p>All diese Verg\u00e4nglichkeit bezieht sich jedoch nur auf Abel selbst. In seiner Beziehung zu Kain entsteht etwas v\u00f6llig anderes. Abel ist der \u201ehei\u00dfe Dampf\u201c, der kocht, umwandelt und korrigiert.Seine Berufung ist es, Kain zu korrigieren und eine Ziffer (\u201e0\u201c) an Kains Einheit (\u201e1\u201c) anzuh\u00e4ngen. Kain sollte das Fundament f\u00fcr die Entwicklung der Zivilisation werden, und Abel wurde beauftragt, auf Kains Fehler hinzuweisen, ihn zu korrigieren und zu verbessern.<\/p>\n<p>Die Geburt eines j\u00fcngeren Bruders in dieser Rolle ist f\u00fcr jedes erstgeborene Kind eine schreckliche Tortur.<\/p>\n<p><strong><em>Hebel ward ein Schafhirte, Kain aber war ein Ackerbauer <\/em><\/strong>Bei der Vertreibung Adams aus dem Garten Eden wird ihm von nun an gesagt \u201eIm Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du Brot essen\u201c (3:19). Kain \u00fcbernimmt diese Aufgabe &#8211; sicherlich eine sehr edle und w\u00fcrdige Tat.<\/p>\n<p>Bei aller Bedeutung der Landwirtschaft besteht jedoch auch die Gefahr, dass sich der Landwirt so sehr in seinen eigenen Landstrich verstrickt, dass er die Welt um sich herum nicht einmal bemerkt. Beachten Sie, dass \u201eowed adama\u201c (\u201ePfl\u00fcger des Landes\u201c) hier auch als \u201eewed adama\u201c, \u201eSklave des Landes\u201c, gelesen werden kann. (Der Buchstabe \u201eWaw\u201c, der typischerweise den O-Vokal-Ton liefert, fehlt an dieser Stelle.)<\/p>\n<p>Niemand bittet die Erde h\u00f6flich, ihren Ertrag zu liefern; vielmehr wird dies der Erde <em>befohlen<\/em>, die es, wie ein Sklave, zu erf\u00fcllen hat. Jedoch gilt hier die Binsenweisheit, dass ein Mensch, der Sklaven h\u00e4lt, selbst in einem Paradigma der Sklaverei lebt. Das ganze Leben eines Landwirts, der die Erde bearbeitet, besteht darin, \u201eBefehle\u201c zu erteilen. Somit birgt der Beruf eines Landwirts f\u00fcr ihn die Gefahr, selbst eine Sklavenmentalit\u00e4t zu erlangen. Hier kommt Abel ins Spiel, der Kain zu genau diesem Zweck gegeben wurde &#8211; um Kains Position auszugleichen, ihm aufzuzeigen, dass das Leben noch viele weitere Alternativen bietet.<\/p>\n<p><strong><em>Hebel ward ein Schafhirte <\/em><\/strong>Abel ist der \u201eDampfmensch\u201c, ein Luftmensch. Er w\u00e4hlt daher einen Beruf, der ihn nicht an einen bestimmten Ort bindet. Die Arbeit eines Hirten erfordert st\u00e4ndige Wanderungen. Er hat die Freiheit, die Welt um sich herum zu beobachten und sie zu analysieren. Er observiert die Natur und den Himmel, ohne von einem Landst\u00fcck versklavt zu werden.<\/p>\n<p>Schafe k\u00f6nnen nicht vollst\u00e4ndig und k\u00f6rperlich kontrolliert werden. W\u00e4hrend ein Hirte seinen Schafen Befehle erteilt, muss er ihnen gleichzeitig auf eine Art zureden, die n\u00f6tige Verhaltensmuster in ihnen f\u00f6rdet und ausbildet. Abel ist von Natur aus ein Erzieher, der auch Kain erziehen soll. Dies ist die Hauptaufgabe seines Lebens, bei deren Verfolgung er ein katastrophales Versagen erleiden wird.<\/p>\n<h2><strong>4.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Konflikt zwischen Bauer und Hirte<\/strong><\/h2>\n<p>Die in der Antike vorherrschende Konfrontation zwischen Bauern und Hirten war nicht nur wirtschaftlicher oder milit\u00e4rischer, sondern auch ideologischer Natur. Diese Konfrontation taucht in vielen Kapiteln der Tora auf &#8211; zum Beispiel im Konflikt zwischen Josef und seinen Br\u00fcdern (37:5) sowie im Hass der \u00e4gyptischen Bauern auf die j\u00fcdischen Viehhalter (43:32, 46:34).<\/p>\n<p>Der Bauer und der Hirte haben v\u00f6llig unterschiedliche Ansichten von der Welt. Nur auf Grundlage der Landwirtschaft, die unvergleichlich h\u00f6here Gewinne bringt, werden Zivilisationen aufgebaut &#8211; zum Beispiel die gro\u00dfen alten Zivilisationen \u00c4gyptens und Mesopotamiens.<\/p>\n<p>Der Bauer schaut nach unten, versunken in seinem Grundst\u00fcck. Er ist ein Mann der festgefahrenen Erbschaftsregeln, er wird geboren und stirbt im selben Haus, in dem seine Vorfahren lebten. Seine Familie lebt seit Jahrhunderten in ihrem kleinen Dorf, und das ist alles was sie kennen.<\/p>\n<p>Wie es vor allem in der Antike der Fall war, ist der Landwirt h\u00e4ufig auf die betr\u00e4chtliche Organisationskraft des Staates angewiesen. Beispielsweise k\u00f6nnte kein einzelnes Dorf, das nur seine eigenen Ressourcen und seinen Einfluss nutzt, selbstst\u00e4ndig die Bew\u00e4sserungskan\u00e4le aufbauen, die es ben\u00f6tigt. Die landwirtschaftlichen Zivilisationen der Antike entstanden daher als sich ausdehnende Reiche.<\/p>\n<p>Der Viehz\u00fcchter jedoch ist ein Mann der Freiheit und des Raumes, was bedeutet, dass er eine andere Bewusstseinsebene hat. Er ist \u00e4rmer als der Bauer, aber nicht auf sein Territorium beschr\u00e4nkt. Er schaut in den Himmel und auf die Welt, die ihn umgibt. Er reist herum, trifft unz\u00e4hlige Arten von Menschen und erf\u00e4hrt eine Vielzahl von Lebensstilen. Auf diese Weise sind seine Horizonte unvergleichlich erweitert. Da Hirten den Bauern geistig \u00fcberlegen sind, haben die Hirtenv\u00f6lker, wie die Geschichte zeigt, landwirtschaftliche Gesellschaften erobert und sie als K\u00f6nige regiert, jedoch nie umgekehrt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigt das Fehlen des eigenen Landes auf, dass dem Hirten die Verwurzelung fehlt, dass sich seine Position immer im Wandel befindet. In gewissem Sinne kann eine Gruppe Umherziehender, die kein Land besitzen, niemals eine wirkliche Nation werden.<\/p>\n<p>Die Korrektur und Synthese dieser widerspr\u00fcchlichen Priorit\u00e4ten ist in j\u00fcdischer Agrikultur und im Land Israel zu finden, das seine Einzigartigkeit und spezielle Funktion folgenderma\u00dfen aufweist:<\/p>\n<ol>\n<li>Nach Ansiedlung im Land Israel wurden die Juden zu Bauern. Doch lange zuvor waren die j\u00fcdischen Patriarchen Hirten. Die Grundlage j\u00fcdischer religi\u00f6ser Einstellungen in diesem Zusammenhang \u201c\u00fcberlebt\u201d gewisserma\u00dfen im kirchlichen Wort \u201ePastor\u201c. Ein Pastor ist ein Hirte, der seine Herde f\u00fchrt. Dies dr\u00fcckt eindeutig eine pastorale und keine landwirtschaftliche Haltung gegen\u00fcber der Welt aus.<\/li>\n<li>Die Bew\u00e4sserung im Land Israel basiert nicht auf einem System zur Umleitung von Wasser von einem Fluss, der bereits entlang des Bodens flie\u00dft, sondern auf Regen. Die Tora (5. Mose 11:11) betont sehr deutlich diese Unterscheidung zwischen dem Land Israel und \u00c4gypten, wo Wasser zur Bew\u00e4sserung aus dem Nil entnommen wird. Ein Bauer im Land Israel schaut in den Himmel und fragt: \u201eWird es regnen?\u201c Er ist daher weder von der Erde versklavt noch darauf fixiert.<\/li>\n<li>Die Priester und Leviten, die den Gottesdienst im Tempel verrichteten, hatten kein eigenes Land. Dies bedeutet, dass es immer eine prominente Schicht der j\u00fcdischen Nation gab, die nicht an die Landwirtschaft gebunden war und die immer \u201eden Himmel anstarrte\u201c und dem j\u00fcdischen Volk eine bestimmte Qualit\u00e4t der \u201eLuftigkeit\u201c verlieh.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Geschichte der Tora \u00fcber Kain und Abel steht die problematische Natur der Verwurzelung in Landwirtschaft im Mittelpunkt des Konflikts. Abel stand vor der Aufgabe, Kain auf eine neue Ebene des Bewusstseins zu heben, indem er ihm beibrachte, nach oben und nicht nur nach unten zu schauen.<\/p>\n<p>Die Beziehung eines Menschen zu seinem Land sollte nicht eine des Eigentums sein (obwohl das Wesen von \u201eKain dem Erwerber\u201c genau diese Natur widerspiegelt), sondern vielmehr eine Beziehung der Zusammenarbeit zwischen dem Menschen als \u201eP\u00e4chter\u201c und Gott. Wer ist der wahre Besitzer des Landes? Abels Aufgabe ist es, Menschen davor zu bewahren, im Materialismus verkn\u00f6chert werden, indem sie ihrem Leben ein Element der Ver\u00e4nderlichkeit und Bewegung verleihen und so die Kommunikation nicht nur mit der Erde, sondern auch mit dem Himmel f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Da Kain und Abel dieses Problem nicht erfolgreich bew\u00e4ltigen konnten, wurde der gesamten Menschheit die Verantwortung \u00fcbergeben, eine L\u00f6sung zu suchen und zu finden. Dieser Prozess dauert bis heute an.<\/p>\n<h2><strong>4.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Kain und Abel bringen ihre Opfergaben (4: 3-5)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d2<\/strong> \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u0596\u05d9 \u05de\u05b4\u05e7\u05bc\u05b5\u05a3\u05e5 \u05d9\u05b8\u05de\u05b4\u0591\u05d9\u05dd \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05d1\u05b5\u05a8\u05d0 \u05e7\u05b7\u059c\u05d9\u05b4\u05df \u05de\u05b4\u05e4\u05bc\u05b0\u05e8\u05b4\u05a7\u05d9 \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u059b\u05d4 \u05de\u05b4\u05e0\u05b0\u05d7\u05b8\u0596\u05d4 \u05dc\u05b7\u05bd\u05d9\u05d4\u05d5\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3<strong>\u05d3<\/strong> \u05d5\u05b0\u05d4\u05b6\u05a8\u05d1\u05b6\u05dc \u05d4\u05b5\u05d1\u05b4\u05a5\u05d9\u05d0 \u05d2\u05b7\u05dd\u05be\u05d4\u059b\u05d5\u05bc\u05d0 \u05de\u05b4\u05d1\u05bc\u05b0\u05db\u05b9\u05e8\u05a5\u05d5\u05b9\u05ea \u05e6\u05b9\u05d0\u05e0\u0596\u05d5\u05b9 \u05d5\u05bc\u05de\u05b5\u05bd\u05d7\u05b6\u05dc\u05b0\u05d1\u05b5\u05d4\u05b6\u0591\u05df \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05a3\u05e9\u05c1\u05b7\u05e2 \u05d9\u0594\u05d9 \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05d4\u05b6\u0596\u05d1\u05b6\u05dc \u05d5\u05b0\u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05de\u05b4\u05e0\u05b0\u05d7\u05b8\u05ea\u05bd\u05d5\u05b9 \u05c3<strong>\u05d4<\/strong> \u05d5\u05b0\u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05e7\u05b7\u05a5\u05d9\u05b4\u05df \u05d5\u05b0\u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05de\u05b4\u05e0\u05b0\u05d7\u05b8\u05ea\u0596\u05d5\u05b9 \u05dc\u05b9\u05a3\u05d0 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e2\u05b8\u0591\u05d4 \u2026<\/p>\n<p><strong>(3) Es war nach Ablauf der Tage, da brachte Kain von der Frucht der Erde dem Herrn ein Opfer.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(4) Und auch Hebel brachte gleichfalls von den Erstgeborenen seiner Schafe und von deren besten. Da wandte sich der Herr zu Hebel und seinem Opfer,<\/strong><\/p>\n<p><strong>(5) aber zu Kain und seinem Opfer wandte er sich nicht &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>(3) <em>Es war nach Ablauf der Tage<\/em>\u00a0 <\/strong>W\u00f6rtlich: \u201eEs geschah am Ende [einer bestimmten Anzahl von] Tagen\u201c. Dies deutet auf das Ende einer genau definierten Periode im Lebenszyklus hin. Die Menschheit (personifiziert durch Kain und Abel), die ihre anf\u00e4ngliche Phase der blo\u00dfen k\u00f6rperlichen Entwicklung durchlaufen hat, denkt jetzt \u00fcber die geistigen Fundamente ihrer Existenz nach.<\/p>\n<p>In der Regel bezieht sich der Ausdruck \u201eam Ende der Tage\u201c in Tora und Tanach auf den Beginn der messianischen \u00c4ra (siehe Raschi, Gen. 49: 1). Hier bedeutet es jedoch das Ende des landwirtschaftlichen Zyklus &#8211; die Erntezeit. Doch f\u00fcr Kain steht diese Zeit tats\u00e4chlich im Einklang mit dem Konzept der messianischen \u00c4ra, da sie durch den Erfolg in der wichtigsten T\u00e4tigkeit seines Lebens gekennzeichnet ist &#8211; dem Besitz und der Entwicklung der Erde.<\/p>\n<p>Kain brachte dem Herrn ein Opfer durch Frucht des Bodens: Erst nachdem sein Leben ordnungsgem\u00e4\u00df organisiert worden war, brachte Kain dem Allm\u00e4chtigen ein Geschenk. Er brachte nicht die ersten, sondern die letzten Fr\u00fcchte, den Rest.<\/p>\n<p>Kains Handeln an sich ist sehr bedeutsam und absolut positiv. Ein Opfer f\u00fcr Gott ist schlie\u00dflich die Grundlage f\u00fcr die korrekte Positionierung des menschlichen Lebens auf der Erde. Andererseits bringt Kains Angebot einen Fehler mit sich, der korrigiert werden muss. Man sollte Gott nicht von \u00dcberresten, sondern von den ersten Fr\u00fcchten ein Opfer bringen, um anzuerkennen, dass die F\u00e4higkeit selbst, neues Leben zu erschaffen, ein Geschenk des Allm\u00e4chtigen ist, dass die Ernte \u00fcberhaupt nur dank Ihm gewachsen ist.<\/p>\n<p>Nach j\u00fcdischer Tradition wird das, was am Ende der Ernte \u00fcbrig bleibt, zu einem Geschenk &#8211; aber an die Armen, damit auch diese einen Teil des erworbenen landwirtschaftlichen Wohlstandes genie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kain glaubt, dass man g\u00fctig sein und mit allen teilen sollte &#8211; auch mit Gott &#8211; und stellt so Gott auf die gleiche Stufe mit den Armen. Aufgrund dieses fundamentalen Fehlers kann sein Geschenk nicht angenommen werden.<\/p>\n<p>(4) <strong><em>Und auch Hebel brachte gleichfalls \u2026<\/em><\/strong> Die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung lautet: \u201eUnd Abel &#8211; er brachte auch &#8230;\u201c Abel brachte sein Geschenk nur als Erg\u00e4nzung zum dem des Kain. Bevor Kain sein Geschenk brachte &#8211; das hei\u00dft, bis die Menschheit die Notwendigkeit erkannte, sich mit dem Allm\u00e4chtigen in Verbindung zu setzen -, war es unm\u00f6glich, mit der Korrektur zu beginnen, diese Verbindung zu verbessern und die Details zu korrigieren.<\/p>\n<p>(4) <strong><em>Und auch Hebel brachte gleichfalls von den Erstgeborenen seiner Schafe und von deren besten \u2026<\/em><\/strong> Anhand seines Beispiels lehrte Abel Kain die beiden Voraussetzungen, um dem Allm\u00e4chtigen ein Geschenk zu machen: Das Geschenk muss aus den ersten Fr\u00fcchten stammen und es m\u00fcssen \u201cdie Erlesensten\u201d dieser sein.<\/p>\n<p>Als erstgeborenes Kind wurzelt Kains Attit\u00fcde vor Gott als \u201ebed\u00fcrftig\u201c in seinen egozentrischen Ideen, in denen der Rest der Welt als Peripherie angesehen wird.<\/p>\n<p>Abel hingegen ist grunds\u00e4tzlich ein \u201eBruder\u201c. Das hei\u00dft, in seiner Wahrnehmung der Welt gibt es immer von Anfang an jemanden, der Vorrang vor ihm selbst hat. Daher ist es f\u00fcr Abel selbstverst\u00e4ndlich, Gott vor sich selbst zu stellen.<\/p>\n<p>(4) <strong><em>Da wandte sich der Herr zu Hebel und seinem Opfer,<\/em><\/strong> Gott best\u00e4tigte die Richtigkeit von Abels Ansatz und billigte nicht nur das Opfer selbst, sondern auch seine Motive.<\/p>\n<p>(5) <strong><em>aber zu Kain und seinem Opfer wandte er sich nicht <\/em><\/strong>\u00a0Gott sagte Kain, er m\u00fcsse an sich arbeiten und von Abel lernen. Kain hatte jedoch Schwierigkeiten, von seinem j\u00fcngeren Bruder zu lernen. Es w\u00e4re falsch, Abel als \u201egut\u201c und Kain als \u201eschlecht\u201c zu bezeichnen. Kain ist der Protagonist der beiden Darsteller in diesem Drama, denn nur seine Linie wird in der Menschheit fortgesetzt. Abel ist keine autarke Figur, da von ihm in Zukunft nichts bleiben wird &#8211; er hat keine Erben. Abel kann die Menschheit nicht alleine aufbauen, aber er hat das Potenzial, Kain zu korrigieren.<\/p>\n<h2><strong>4.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>\u201eWerde besser und dir wird vergeben (4: 5-7)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d4<\/strong> \u2026\u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05a4\u05d7\u05b7\u05e8 \u05dc\u05b0\u05e7\u05b7\u05a8\u05d9\u05b4\u05df\u0599 \u05de\u05b0\u05d0\u05b9\u0594\u05d3 \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05bc\u05b4\u05e4\u05bc\u05b0\u05dc\u0596\u05d5\u05bc \u05e4\u05bc\u05b8\u05e0\u05b8\u05bd\u05d9\u05d5 \u05c3 <strong>\u05d5<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a5\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05d9\u0596\u05d9 \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05e7\u05b8\u0591\u05d9\u05b4\u05df \u05dc\u05b8\u059a\u05de\u05bc\u05b8\u05d4 \u05d7\u05b8\u05a3\u05e8\u05b8\u05d4 \u05dc\u05b8\u0594\u05da\u05b0 \u05d5\u05b0\u05dc\u05b8\u0596\u05de\u05bc\u05b8\u05d4 \u05e0\u05b8\u05bd\u05e4\u05b0\u05dc\u05a5\u05d5\u05bc \u05e4\u05b8\u05e0\u05b6\u05bd\u05d9\u05da\u05b8 \u05c3 <strong>\u05d6<\/strong> \u05d4\u05b2\u05dc\u05a4\u05d5\u05b9\u05d0 \u05d0\u05b4\u05dd\u05be\u05ea\u05bc\u05b5\u05d9\u05d8\u05b4\u05d9\u05d1\u0599 \u05e9\u05c2\u05b0\u05d0\u05b5\u0594\u05ea \u05d5\u05b0\u05d0\u05b4\u05dd\u0599 \u05dc\u05b9\u05a3\u05d0 \u05ea\u05b5\u05d9\u05d8\u05b4\u0594\u05d9\u05d1 \u05dc\u05b7\u05e4\u05bc\u05b6\u0596\u05ea\u05b7\u05d7 \u05d7\u05b7\u05d8\u05bc\u05b8\u05a3\u05d0\u05ea \u05e8\u05b9\u05d1\u05b5\u0591\u05e5 \u05d5\u05b0\u05d0\u05b5\u05dc\u05b6\u05a8\u05d9\u05da\u05b8\u0599 \u05ea\u05bc\u05b0\u05e9\u05c1\u05a3\u05d5\u05bc\u05e7\u05b8\u05ea\u0594\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b0\u05d0\u05b7\u05ea\u05bc\u05b8\u0596\u05d4 \u05ea\u05bc\u05b4\u05de\u05b0\u05e9\u05c1\u05b8\u05dc\u05be\u05d1\u05bc\u05bd\u05d5\u05b9 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(5) \u2026 dies verdross Kain sehr, und es senkte sich sein Angesicht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(6) Da sprach der Herr zu Kain: \u201cWarum verdrie\u00dft es dich, und warum ist dein Angesicht gesenkt?\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>(7) Siehe, wenn du es zu Gutem machst, wirst du Aufstieg erfahren. Doch wenn du es nicht zu Gutem machst, lauert S\u00fcnde vor der T\u00fcr; sie strebt nach dir, doch kannst du sie beherrschen.<\/strong><\/p>\n<p>(5) <strong><em>\u2026 dies verdross Kain sehr, und es senkte sich sein Angesicht.<\/em><\/strong> Anstatt \u00fcber die Ursachen des Vorfalls und M\u00f6glichkeiten zur Behebung der Situation nachzudenken, ist Kain von Entt\u00e4uschung und Hoffnungslosigkeit \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Das Los eines Menschen im Leben wird in hohem Ma\u00dfe davon bestimmt, eine konstruktive Haltung gegen\u00fcber seinen Fehlern beizubehalten, sie zu verstehen und zu korrigieren, ohne andere zu beschuldigen, und nicht in Verzweiflung zu geraten.<\/p>\n<p>(6) <strong><em>Da sprach der Herr zu Kain: Warum verdrie\u00dft es dich, und warum ist dein Angesicht gesenkt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(7) <strong><em>Siehe, wenn du es zu Gutem machst, wirst du Aufstieg erfahren. Doch wenn du es nicht zu Gutem machst, lauert S\u00fcnde vor der T\u00fcr; sie strebt nach dir, doch kannst du sie beherrschen<\/em>.\u00a0 <\/strong>Gott sagt Kain, dass seine Reaktion falsch ist. Wenn er sich verbessert, wird ihm vergeben. Aber selbst, wenn er dazu nicht imstande ist, kann er die S\u00fcnde beherrschen, anstatt sich ihr hinzugeben. Die Welt ist nicht deterministisch; Fehler schlie\u00dfen nicht den Weg zu ihrer Korrektur. Gott m\u00f6chte, dass Kain Vertrauen in seine St\u00e4rken und F\u00e4higkeiten gewinnt. Wenn er sich verbessert, kann er Abel \u00fcbertreffen und sogar eine h\u00f6here Stufe als dieser erreichen.<\/p>\n<h2><strong>4.6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Mord an Abel (4: 8)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d7<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a5\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05e7\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05df \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05d4\u05b6\u05a3\u05d1\u05b6\u05dc \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0591\u05d9\u05d5 \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u05d9\u0599 \u05d1\u05bc\u05b4\u05bd\u05d4\u05b0\u05d9\u05d5\u05b9\u05ea\u05b8\u05a3\u05dd \u05d1\u05bc\u05b7\u05e9\u05bc\u05c2\u05b8\u05d3\u05b6\u0594\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05a5\u05e7\u05b8\u05dd \u05e7\u05b7\u059b\u05d9\u05b4\u05df \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05d4\u05b6\u05a5\u05d1\u05b6\u05dc \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0596\u05d9\u05d5 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b7\u05bd\u05d4\u05b7\u05e8\u05b0\u05d2\u05b5\u05bd\u05d4\u05d5\u05bc \u05c3<\/p>\n<p><strong>(8) Kain sagte dies seinem Bruder Hebel. Es war aber, w\u00e4hrend sie im Felde waren, da \u00fcberfiel Kain seinen Bruder Hebel und erschlug ihn.<\/strong><\/p>\n<p>(8) <strong><em>Kain sagte dies seinem Bruder Hebel <\/em><\/strong>\u00a0Kain macht einen entscheidenden Schritt in Richtung Korrektur. Er wendet sich an Abel und bietet an, mit ihm in einen Dialog zu treten. Er \u00fcberwindet seine Ressentiments und versucht, eine konstruktive Kommunikation mit Abel herzustellen. Er will sich verbessern. Gott hat Kain gesagt, dass er sich \u00e4ndern muss, und Kain versucht tats\u00e4chlich, sich zu \u00e4ndern! Dar\u00fcber hinaus wendet sich Kain als ein Bruder an Abel und erkennt den Status der Bruderschaft an, den Abel ihm allein durch den Akt seiner Geburt auferlegt hatte und damt selbst die Ursache f\u00fcr viele von Kains Problemen war. F\u00fcr Kain ist das ein ernsthafter spiritueller Fortschritt.<\/p>\n<p>(8) <strong><em>Kain sagte dies seinem Bruder Hebel\u2026 <\/em><\/strong>Hier, mitten in einem Vers, bricht die Geschichte ab. Die Kantillationssymbole weisen auf eine abrupte Unterbrechung hin, die am besten durch Auslassungspunkte oder manchmal durch eine Reihe von Strichen ausgedr\u00fcckt wird. Die Tora lehnt es ab, zu enth\u00fcllen, weder was Kain tats\u00e4chlich gesagt hat, noch Abels Antwort.<\/p>\n<p>Der Midrasch erg\u00e4nzt die Erz\u00e4hlung der Tora durch verschiedene Versionen ihres Dialogs (Streit um Eigentum oder den Tempel oder eine Frau). Wie dem auch sei, eine solch auff\u00e4llige Auslassung des Inhalts von Kains Rede im Tora-Text selbst muss darauf hindeuten, dass die Worte, die gesprochen wurden, nicht wichtig sind. Wichtig ist, dass Kain Abel anspricht und bereit ist, durch Br\u00fcderlichkeit eine Br\u00fccke zu schlagen &#8211; zu verstehen und zu lernen.<\/p>\n<p>Abel antwortet nicht auf Kain, weil er in ihm keinen Menschen sieht, mit dem man in Dialog treten kann, sondern jemanden, den es zu beeinflussen und zu erziehen gilt. Abel glaubt arroganterweise, dass es ausreicht, Kain sein eigenes Beispiel f\u00fcr ein angemessenes und erfolgreiches Opfer zu demonstrieren. Er hat weder vor, sich auf die Ebene des \u201eSmall Talks\u201c herabzusetzen, noch versucht er, seinen Bruder zu verstehen, der seine Probleme mit Abel besprechen will. Also t\u00f6tet Kain Abel. Wenn man als Lehrer berufen ist und sich als Hirten und F\u00fchrer betrachtet, jedoch keine Gemeinschaft bildet und in seinem Mitmenschen eine reale Person sieht, dann ist man ein unw\u00fcrdiger Hirte.<\/p>\n<p>(8) <strong><em>Es war aber, w\u00e4hrend sie im Felde waren<\/em><\/strong>\u00a0 Das Feld ist die Sph\u00e4re des Schaffens, an dem sich sowohl Kain als auch Abel verwirklichen m\u00fcssen. Es ist allein Abels Vers\u00e4umnis, sein p\u00e4dagogisches Potenzial zu realisieren, was zu einer Trag\u00f6die f\u00fchrt. Abel, dessen Berufung es ist, Lehrer zu sein, lehnt es ab, Verantwortung f\u00fcr diese Rolle zu \u00fcbernehmen. Daher stirbt er.<\/p>\n<p>\u201cKain setzte auf seinen Bruder Abel\u201d: Die Betonung hier auf \u201eseinen Bruder\u201c zeigt, dass Abel gegen die ganze Idee der Br\u00fcderlichkeit rebelliert. Kain kann die Dem\u00fctigung nicht ertragen, als blo\u00dfer Gegenstand der Erziehung betrachtet zu werden, was der Perspektive entspricht, die Abel auf Kain hat. Dies ist der Grund, warum Abel nicht mit ihm in einen Dialog treten wird. Und so rebelliert Kain und zerst\u00f6rt eben diese Bruderschaft mit Abel, die er bereits anerkannt hatte.<\/p>\n<p>(8) <strong><em>da \u00fcberfiel Kain seinen Bruder Hebel und erschlug ihn<\/em><\/strong> Die endg\u00fcltige Unterbrechung ihrer br\u00fcderlichen Beziehungen dr\u00fcckt sich durch Mord aus. Nat\u00fcrlich kann keine der oben genannten Rationalisierungen Kains Handlungen rechtfertigen. Er gilt als Straft\u00e4ter, den eine seiner Taten entsprechende Bestrafung ereilen wird. Aber auch Kains Verbrechen befreit Abel nicht von seiner Schuld. Als Abel sich entschlossen hat, Lehrer zu werden, hat er es auf sich genommen, f\u00fcr die erfolglosen Ergebnisse seiner Lehrmission verantwortlich zu sein.<\/p>\n<h2><strong>4.7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Kain wird beschuldigt (4: 9-12)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d8<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a4\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05d9\u05d9\u0599 \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05e7\u05b7\u0594\u05d9\u05b4\u05df \u05d0\u05b5\u0596\u05d9 \u05d4\u05b6\u05a3\u05d1\u05b6\u05dc \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0591\u05d9\u05da\u05b8 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a8\u05d0\u05de\u05b6\u05e8\u0599 \u05dc\u05b9\u05a3\u05d0 \u05d9\u05b8\u05d3\u05b7\u0594\u05e2\u05b0\u05ea\u05bc\u05b4\u05d9 \u05d4\u05b2\u05e9\u05c1\u05b9\u05de\u05b5\u05a5\u05e8 \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0596\u05d9 \u05d0\u05b8\u05e0\u05b9\u05bd\u05db\u05b4\u05d9 \u05c3 <strong>\u05d9<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u0596\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05de\u05b6\u05a3\u05d4 \u05e2\u05b8\u05e9\u05c2\u05b4\u0591\u05d9\u05ea\u05b8 \u05e7\u059a\u05d5\u05b9\u05dc \u05d3\u05bc\u05b0\u05de\u05b5\u05a3\u05d9 \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0594\u05d9\u05da\u05b8 \u05e6\u05b9\u05bd\u05e2\u05b2\u05e7\u05b4\u05a5\u05d9\u05dd \u05d0\u05b5\u05dc\u05b7\u0596\u05d9 \u05de\u05b4\u05df\u05be\u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3 <strong>\u05d9\u05d0<\/strong>\u05d5\u05b0\u05e2\u05b7\u05ea\u05bc\u05b8\u0596\u05d4 \u05d0\u05b8\u05e8\u05a3\u05d5\u05bc\u05e8 \u05d0\u05b8\u0591\u05ea\u05bc\u05b8\u05d4 \u05de\u05b4\u05df\u05be\u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u05d4\u0599 \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05a3\u05e8 \u05e4\u05bc\u05b8\u05bd\u05e6\u05b0\u05ea\u05b8\u05a3\u05d4 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e4\u05bc\u05b4\u0594\u05d9\u05d4\u05b8 \u05dc\u05b8\u05e7\u05b7\u059b\u05d7\u05b7\u05ea \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d3\u05bc\u05b0\u05de\u05b5\u05a5\u05d9 \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0596\u05d9\u05da\u05b8 \u05de\u05b4\u05d9\u05bc\u05b8\u05d3\u05b6\u05bd\u05da\u05b8 \u05c3 <strong>\u05d9\u05d1<\/strong> \u05db\u05bc\u05b4\u05a4\u05d9 \u05ea\u05b7\u05bd\u05e2\u05b2\u05d1\u05b9\u05d3\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d4\u05b8\u05a3\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u0594\u05d4 \u05dc\u05b9\u05bd\u05d0\u05be\u05ea\u05b9\u05e1\u05b5\u05a5\u05e3 \u05ea\u05bc\u05b5\u05ea\u05be\u05db\u05bc\u05b9\u05d7\u05b8\u0596\u05d4\u05bc \u05dc\u05b8\u0591\u05da\u05b0 \u05e0\u05b8\u05a5\u05e2 \u05d5\u05b8\u05e0\u05b8\u0596\u05d3 \u05ea\u05bc\u05b4\u05bd\u05d4\u05b0\u05d9\u05b6\u05a5\u05d4 \u05d1\u05b8\u05d0\u05b8\u05bd\u05e8\u05b6\u05e5 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(9) Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Hebel? Er erwiderte: Ich wei\u00df nicht. Bin ich der H\u00fcter meines Bruders?<\/strong><\/p>\n<p><strong>(10) Er aber sprach: Was hast du getan! H\u00f6rst du die Stimmen? Es ist das Blut deines Bruders, das hinaufschreit zu mir aus dem Erdboden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(11) Und nun, du sollst verflucht sein, mehr als der Erdboden, der seinen Mund \u00f6ffnete, um das Blut deines Bruders aus deiner Hand zu empfangen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(12) Wenn du den Erdboden bearbeitest, so soll er dir seine Kraft nicht mehr geben; ohne Rast wirst du auf der Erde umherwandern.<\/strong><\/p>\n<p>(9) <strong><em>Da sprach der Herr zu Kain: \u201cWo ist dein Bruder Hebel? <\/em><\/strong>\u201c Genauer gesagt: \u201eWas ist deinem Bruder Abel zugesto\u00dfen?\u201c Diese Frage ist das eindeutige Echo von Gottes Frage an Adam (3: 9): \u201eWo bist du?\u201c Aber w\u00e4hrend Gott von Adam verlangt, nur f\u00fcr sich selbst zu antworten, wird Kain hier gebeten, auch f\u00fcr seinen Bruder zu antworten. Zu Beginn ist der Mensch nur f\u00fcr sich selbst verantwortlich, doch wenn er mit der Zeit erwachsen wird, muss er zus\u00e4tzlich die Verantwortung f\u00fcr seine Mitmenschen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>(9)<strong><em> Er erwiderte: \u201cIch wei\u00df nicht\u201d<\/em><\/strong>\u00a0 Kain versucht niemals, Gott zu t\u00e4uschen oder den Mord zu vertuschen. Seine Antwort w\u00e4re besser \u00fcbersetzt mit \u201eIch will es nicht wissen\u201c, das hei\u00dft, ich will weder Abel noch seine Bruderschaft kennen. Kains \u201eIch wei\u00df es nicht\u201c untermauert die Verbindung dieser Geschichte mit der S\u00fcnde von Adam und Eva, die von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen haben, aber w\u00e4hrend Adam im Garten Eden es zumindest wissen will (obwohl er sich diesem Wunsch auf eine sehr unangemessenene Weise n\u00e4hert), weigert sich Kain tats\u00e4chlich, es wissen zu wollen. Das Versagen eines Lehrers h\u00e4lt den Sch\u00fcler davon ab, \u00fcberhaupt am Lernprozess teilnehmen zu wollen.<\/p>\n<p>(9) <strong><em>bin ich der H\u00fcter meines Bruders?<\/em><\/strong>\u00a0 Kains Antwort \u201eIch wei\u00df nicht\u201c h\u00e4tte ausgereicht, um Gottes Frage zu beantworten. Mit dem Zusatz \u201eBin ich der H\u00fcter meines Bruders?\u201c (er geht auf eine Frage ein, die Gott nicht einmal gestellt hat). Er zeigt, dass es die Bruderschaft ist, die f\u00fcr ihn von entscheidender Bedeutung ist. \u201eIch wandte mich an Abel als meinen Bruder, aber er hatte kein Interesse daran, mir zu antworten. Ich sehe keinen Grund, etwas zu bewahren, das Abel selbst abgelehnt hat.\u201c<\/p>\n<p>(10)<em>\u201dWas hast du getan! H\u00f6rst du die Stimmen? Es ist das Blut deines Bruders, das hinaufschreit zu mir aus dem Erdboden.\u201d<\/em><\/p>\n<p>(11) \u201c<em>Und nun, du sollst verflucht sein, mehr als der Erdboden, der seinen Mund \u00f6ffnete, um das Blut deines Bruders aus deiner Hand zu empfangen.\u201d<\/em> Als er sich entschied, Bauer zu werden, \u00fcbernahm Kain die Verantwortung f\u00fcr das Land, jedoch wollte er keine Verantwortung f\u00fcr seinen Bruder Abel \u00fcbernehmen. Daher wird alles, was Abel in seinem Leben widerfahren ist, jetzt von der Erde aufgenommen.<\/p>\n<p>(12) <strong><em>Wenn du den Erdboden bearbeitest, wird er dir seine Kraft nicht mehr geben<\/em><\/strong>\u00a0 Es ist dir nicht mehr m\u00f6glich, sich in der Landwirtschaft zu bet\u00e4tigen. Du musst dir einen anderen Beruf suchen.<\/p>\n<p>(12)<strong><em> ohne Rast wirst du auf der Erde umherwandern<\/em><\/strong> \u00a0Nachdem Kain Abel get\u00f6tet hat, muss er nun wandern und quasi die Schuhe seines toten Bruders tragen, sich dabei allm\u00e4hlich an sie anpassen, um das Regulativ\/Gegengewicht in sich selbst wiederherzustellen, dessen er sich durch sein Fehlverhalten beraubte.<\/p>\n<h2><strong>4.8\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Das Mal von Kain (4: 13-15)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d9\u05d2<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a5\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05e7\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05df \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05d9\u0591\u05d9 \u05d2\u05bc\u05b8\u05d3\u05a5\u05d5\u05b9\u05dc \u05e2\u05b2\u05d5\u05ba\u05e0\u05b4\u0596\u05d9 \u05de\u05b4\u05e0\u05bc\u05b0\u05e9\u05c2\u05b9\u05bd\u05d0 \u05c3 <strong>\u05d9\u05d3<\/strong> \u05d4\u05b5\u05df\u05a9 \u05d2\u05bc\u05b5\u05e8\u05b7\u05a8\u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u05b8 \u05d0\u05b9\u05ea\u05b4\u059c\u05d9 \u05d4\u05b7\u05d9\u05bc\u0597\u05d5\u05b9\u05dd \u05de\u05b5\u05e2\u05b7\u05dc\u0599 \u05e4\u05bc\u05b0\u05e0\u05b5\u05a3\u05d9 \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u0594\u05d4 \u05d5\u05bc\u05de\u05b4\u05e4\u05bc\u05b8\u05e0\u05b6\u0596\u05d9\u05da\u05b8 \u05d0\u05b6\u05e1\u05bc\u05b8\u05ea\u05b5\u0591\u05e8 \u05d5\u05b0\u05d4\u05b8\u05d9\u05b4\u059c\u05d9\u05ea\u05b4\u05d9 \u05e0\u05b8\u05a4\u05e2 \u05d5\u05b8\u05e0\u05b8\u05d3\u0599 \u05d1\u05bc\u05b8\u05d0\u05b8\u0594\u05e8\u05b6\u05e5 \u05d5\u05b0\u05d4\u05b8\u05d9\u05b8\u05a5\u05d4 \u05db\u05b8\u05dc\u05be\u05de\u05b9\u05bd\u05e6\u05b0\u05d0\u05b4\u0596\u05d9 \u05d9\u05b7\u05bd\u05d4\u05b7\u05e8\u05b0\u05d2\u05b5\u05bd\u05e0\u05b4\u05d9\u05c3<strong>\u05d8\u05d5<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a7\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05dc\u05a3\u05d5\u05b9 \u05d9\u0597\u05d9 \u05dc\u05b8\u05db\u05b5\u05df\u0599 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d4\u05b9\u05e8\u05b5\u05a3\u05d2 \u05e7\u05b7\u0594\u05d9\u05b4\u05df \u05e9\u05c1\u05b4\u05d1\u05b0\u05e2\u05b8\u05ea\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05dd \u05d9\u05bb\u05e7\u05bc\u05b8\u0591\u05dd \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05a8\u05e9\u05c2\u05b6\u05dd \u05d9\u05a4\u05d9 \u05dc\u05b0\u05e7\u05b7\u05a8\u05d9\u05b4\u05df\u0599 \u05d0\u0594\u05d5\u05b9\u05ea \u05dc\u05b0\u05d1\u05b4\u05dc\u05b0\u05ea\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05d4\u05b7\u05db\u05bc\u05d5\u05b9\u05ea\u05be\u05d0\u05b9\u05ea\u0596\u05d5\u05b9 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05de\u05b9\u05bd\u05e6\u05b0\u05d0\u05bd\u05d5\u05b9 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(13) Da sprach Kain zum Herrn: Zu gro\u00df ist meine S\u00fcnde, als dass ich sie ertragen k\u00f6nnte!<\/strong><\/p>\n<p><strong>(14) Siehe, du hast mich heute vom Erdboden vertrieben, und auch vor deinem Angesichte soll ich verborgen sein, soll unstet und fl\u00fcchtig auf der Erde sein, und es wird\u00a0 jeder, der mich trifft, mich erschlagen!<\/strong><\/p>\n<p><strong>(15) Da sprach der Herr zu ihm: So soll an dem, der Kain t\u00f6tet, siebenfach Rache genommen werden! So machte Gott dem Kain ein Wahrzeichen, dass keiner, der ihn treffe, ihn erschlage.<\/strong><\/p>\n<p>(13) <strong><em>Da sprach Kain zum Herrn: \u201cZu gro\u00df ist meine S\u00fcnde, als dass ich sie ertragen k\u00f6nnte!<\/em><\/strong>\u201c Da Kain im Weiteren nicht konkret bedauert, was er getan hat, sondern sich nur \u00fcber die Schwere der Bestrafung beklagt, sollten die Worte &#8222;meine S\u00fcnde ist zu gro\u00df&#8220; eher im Sinne von &#8222;die S\u00fcnde, derer Du mich bezichtigst, ist zu gro\u00df&#8220; verstanden werden. Wir sehen von Kain also noch keine Reue. Er scheint nicht im Geringsten davon betroffen, Abel ermordet zu haben, und gibt auch kein Fehlverhalten zu. Er beschwert sich nur \u00fcber die Schwere der Bestrafung. \u201eIch wurde wegen exorbitanter Schuld (=Bestrafung) angeklagt, die mehr ist, als ich ertragen kann.\u201c<\/p>\n<p>(14) <strong><em>Siehe, du hast mich heute vom Erdboden vertrieben \u2026 und es wird jeder, der mich trifft, mich erschlagen!<\/em><\/strong> Kains Orientierung richtet sich nach Land und Eigentum. In seiner Wahrnehmung ist ein Mensch, der kein eigenes Land besitzt, unbedeutend &#8211; er ist ein niemand und hat kein Existenzrecht. Daher sieht Kain das Exil als eine Strafe an, die so drakonisch ist, dass er sie nicht ertragen kann.<\/p>\n<p>Kain glaubt, dass ein Vagabund f\u00fcr den Allm\u00e4chtigen keine Bedeutung hat und in Gottes Gegenwart unsichtbar ist. So befindet sich, nach seiner eigenen Beurteilung, der Wanderer au\u00dferhalb des Gesetzes, und jeder kann ihn ungestraft t\u00f6ten. Kains Haltung gegen\u00fcber Abel basiert auf der gleichen irrigen Auffassung von der \u201eWertlosigkeit des Wanderers\u201c. Aber jetzt, da er das Schicksal eines Wanderers erlebt, muss er seine Sichtweise anpassen.<\/p>\n<p>(15) \u201e<strong><em>\u2026So machte Gott dem Kain ein Wahrzeichen, dass keiner, der ihn treffe, ihn erschlage<\/em><\/strong><em>.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Das \u201eMal Kains\u201c ist keineswegs das Mal eines B\u00f6sewichts, sondern lediglich das Mal des Schutzes. Im Gegenteil: Gott erkennt Kains Klage als begr\u00fcndet an und gibt ihm ein unterscheidendes, sch\u00fctzendes Symbol.<\/p>\n<p>Das Wort, das hier f\u00fcr das Zeichen verwendet wird, das Gott Kain gegeben hat, ist \u201eot\u201c, was gew\u00f6hnlich als \u201eZeichen\u201c \u00fcbersetzt wird. Jede Stelle in der Tora, in der das Wort \u201eot\u201c verwendet wird, deutet nicht nur auf ein gew\u00f6hnliches Zeichen, sondern auf einen Indikator g\u00f6ttlicher Gegenwart hin. Und auch im gegenw\u00e4rtigen Kontext gibt Gott Kain klare Signale daf\u00fcr, dass er eine Mission hat, und es ist daher verboten, ihn zu t\u00f6ten. Dieses Zeichen gibt Kain (sowie seiner Familie und anderen Menschen, die ihm am n\u00e4chsten stehen) die M\u00f6glichkeit, zu verstehen, dass ein Wanderer, der kein eigenes Land besitzt, nicht mit einem \u201cNicht-Mensch\u201d gleichgesetzt werden kann. Im Gegenteil, eine solche Person kann Tr\u00e4ger einer sehr entscheidenden Mission sein. Das Zeichen, das Kain von Gott erh\u00e4lt, ist somit Teil seiner Umerziehung.<\/p>\n<p>Insgesamt war diese Umerziehung Kains recht erfolgreich. Ein wichtiger Teil seines Erbes ist in der Menschheit erhalten geblieben. Noachs Frau war ein Nachkomme von Kain, was bedeutet, dass die drei S\u00f6hne Noachs &#8211; und damit die gesamte Menschheit &#8211; ein St\u00fcck Kain in sich tragen.<\/p>\n<h1><strong>Kapitel 5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Von Adam zu Noach<\/strong><\/h1>\n<h2><strong>5.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Kains Nachkommen (4: 16-24)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d8\u05d6<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b5\u05a5\u05e6\u05b5\u05d0 \u05e7\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05df \u05de\u05b4\u05dc\u05bc\u05b4\u05e4\u05b0\u05e0\u05b5\u05a3\u05d9 \u05d9\u0591\u05d9 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b5\u05a5\u05e9\u05c1\u05b6\u05d1 \u05d1\u05bc\u05b0\u05d0\u05b6\u05bd\u05e8\u05b6\u05e5\u05be\u05e0\u0596\u05d5\u05b9\u05d3 \u05e7\u05b4\u05d3\u05b0\u05de\u05b7\u05ea\u05be\u05e2\u05b5\u05bd\u05d3\u05b6\u05df \u05c3 <strong>\u05d9\u05d6<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b5\u05a4\u05d3\u05b7\u05e2 \u05e7\u05b7\u05a8\u05d9\u05b4\u05df\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d0\u05b4\u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u0594\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b7\u0596\u05d4\u05b7\u05e8 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b5\u05a3\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d7\u05b2\u05e0\u0591\u05d5\u05b9\u05da\u05b0 \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u05d9\u0599 \u05d1\u05bc\u05b9\u05a3\u05e0\u05b6\u05d4 \u05e2\u05b4\u0594\u05d9\u05e8 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05d0\u0599 \u05e9\u05c1\u05b5\u05a3\u05dd \u05d4\u05b8\u05e2\u05b4\u0594\u05d9\u05e8 \u05db\u05bc\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u0596\u05dd \u05d1\u05bc\u05b0\u05e0\u05a5\u05d5\u05b9 \u05d7\u05b2\u05e0\u05bd\u05d5\u05b9\u05da\u05b0 \u05c3 <strong>\u05d9\u05d7<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05d5\u05bc\u05b8\u05dc\u05b5\u05a4\u05d3 \u05dc\u05b7\u05bd\u05d7\u05b2\u05e0\u05d5\u05b9\u05da\u05b0\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e2\u05b4\u05d9\u05e8\u05b8\u0594\u05d3 \u05d5\u05b0\u05e2\u05b4\u05d9\u05e8\u05b8\u0595\u05d3 \u05d9\u05b8\u05dc\u05b7\u0596\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05de\u05b0\u05d7\u05bd\u05d5\u05bc\u05d9\u05b8\u05d0\u05b5\u0591\u05dc \u05d5\u05bc\u05de\u05b0\u05d7\u05b4\u05d9\u05bc\u05b8\u05d9\u05d0\u05b5\u0597\u05dc \u05d9\u05b8\u05dc\u05b7\u05d3\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05de\u05b0\u05ea\u05a3\u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b8\u05d0\u05b5\u0594\u05dc \u05d5\u05bc\u05de\u05b0\u05ea\u05bd\u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b8\u05d0\u05b5\u0596\u05dc \u05d9\u05b8\u05dc\u05b7\u05a5\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05dc\u05b8\u05bd\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05c3 <strong>\u05d9\u05d8<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05bd\u05e7\u05bc\u05b7\u05bd\u05d7\u05be\u05dc\u05a5\u05d5\u05b9 \u05dc\u05b6\u0596\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u05b5\u05a3\u05d9 \u05e0\u05b8\u05e9\u05c1\u05b4\u0591\u05d9\u05dd \u05e9\u05c1\u05b5\u05a4\u05dd \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b7\u05d7\u05b7\u05ea\u0599 \u05e2\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05d4 \u05d5\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a5\u05dd \u05d4\u05b7\u05e9\u05bc\u05c1\u05b5\u05e0\u05b4\u0596\u05d9\u05ea \u05e6\u05b4\u05dc\u05bc\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3 <strong>\u05db<\/strong> \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b5\u05a5\u05dc\u05b6\u05d3 \u05e2\u05b8\u05d3\u05b8\u0596\u05d4 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d9\u05b8\u05d1\u05b8\u0591\u05dc \u05d4\u05a3\u05d5\u05bc\u05d0 \u05d4\u05b8\u05d9\u05b8\u0594\u05d4 \u05d0\u05b2\u05d1\u05b4\u0595\u05d9 \u05d9\u05b9\u05e9\u05c1\u05b5\u05a5\u05d1 \u05d0\u05b9\u0596\u05d4\u05b6\u05dc \u05d5\u05bc\u05de\u05b4\u05e7\u05b0\u05e0\u05b6\u05bd\u05d4 \u05c3 <strong>\u05db\u05d0<\/strong> \u05d5\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a5\u05dd \u05d0\u05b8\u05d7\u05b4\u0596\u05d9\u05d5 \u05d9\u05d5\u05bc\u05d1\u05b8\u0591\u05dc \u05d4\u05a3\u05d5\u05bc\u05d0 \u05d4\u05b8\u05d9\u05b8\u0594\u05d4 \u05d0\u05b2\u05d1\u05b4\u0595\u05d9 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05ea\u05bc\u05b9\u05e4\u05b5\u05a5\u05e9\u05c2 \u05db\u05bc\u05b4\u05e0\u05bc\u0596\u05d5\u05b9\u05e8 \u05d5\u05b0\u05e2\u05d5\u05bc\u05d2\u05b8\u05bd\u05d1 \u05c3 <strong>\u05db\u05d1<\/strong> \u05d5\u05b0\u05e6\u05b4\u05dc\u05bc\u05b8\u05a3\u05d4 \u05d2\u05b7\u05dd\u05be\u05d4\u05b4\u0597\u05d5\u05d0 \u05d9\u05b8\u05bd\u05dc\u05b0\u05d3\u05b8\u05d4\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05ea\u05bc\u05a3\u05d5\u05bc\u05d1\u05b7\u05dc \u05e7\u05b7\u0594\u05d9\u05b4\u05df \u05dc\u05b9\u05d8\u05b5\u0595\u05e9\u05c1 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d7\u05b9\u05e8\u05b5\u05a5\u05e9\u05c1 \u05e0\u05b0\u05d7\u05b9\u0596\u05e9\u05c1\u05b6\u05ea \u05d5\u05bc\u05d1\u05b7\u05e8\u05b0\u05d6\u05b6\u0591\u05dc \u05d5\u05b7\u05bd\u05d0\u05b2\u05d7\u05a5\u05d5\u05b9\u05ea \u05ea\u05bc\u05bd\u05d5\u05bc\u05d1\u05b7\u05dc\u05be\u05e7\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05df \u05e0\u05b7\u05bd\u05e2\u05b2\u05de\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3 <strong>\u05db\u05d2<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a8\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05dc\u05b6\u059c\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05dc\u05b0\u05e0\u05b8\u05e9\u05c1\u05b8\u0597\u05d9\u05d5 \u05e2\u05b8\u05d3\u05b8\u05a4\u05d4 \u05d5\u05b0\u05e6\u05b4\u05dc\u05bc\u05b8\u05d4\u0599 \u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05b7\u05a3\u05e2\u05b7\u05df \u05e7\u05d5\u05b9\u05dc\u05b4\u0594\u05d9 \u05e0\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a3\u05d9 \u05dc\u05b6\u0594\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05d4\u05b7\u05d0\u05b0\u05d6\u05b5\u0596\u05e0\u05bc\u05b8\u05d4 \u05d0\u05b4\u05de\u05b0\u05e8\u05b8\u05ea\u05b4\u0591\u05d9 \u05db\u05bc\u05b4\u05a3\u05d9 \u05d0\u05b4\u05a4\u05d9\u05e9\u05c1 \u05d4\u05b8\u05e8\u05b7\u05a8\u05d2\u05b0\u05ea\u05bc\u05b4\u05d9\u0599 \u05dc\u05b0\u05e4\u05b4\u05e6\u05b0\u05e2\u05b4\u0594\u05d9 \u05d5\u05b0\u05d9\u05b6\u0596\u05dc\u05b6\u05d3 \u05dc\u05b0\u05d7\u05b7\u05d1\u05bc\u05bb\u05bd\u05e8\u05b8\u05ea\u05b4\u05bd\u05d9 \u05c3 <strong>\u05db\u05d3<\/strong> \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05e9\u05c1\u05b4\u05d1\u05b0\u05e2\u05b8\u05ea\u05b7\u0596\u05d9\u05b4\u05dd \u05d9\u05bb\u05e7\u05bc\u05b7\u05dd\u05be\u05e7\u05b8\u0591\u05d9\u05b4\u05df \u05d5\u05b0\u05dc\u05b6\u0596\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05e9\u05c1\u05b4\u05d1\u05b0\u05e2\u05b4\u05a5\u05d9\u05dd \u05d5\u05b0\u05e9\u05c1\u05b4\u05d1\u05b0\u05e2\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(16) Da ging Kain fort aus dem Angesichte Herrn, und lie\u00df sich im Lande Nod nieder, ostw\u00e4rts von Eden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(17) Da erkannte Kain seine Frau, sie empfing und gebar Chanoch. Er gr\u00fcndete eine Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(18) Dem Chanoch wurde Irad geboren, Irad erzeugte Mechujael, Mechijael Methuschael, Methuschael erzeugte Lemech.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(19) Lemech nahm sich zwei Frauen; die eine hie\u00df Ada, die andere Zilla.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(20) Ada gebar Jabal; dieser war der Vorfahre jener, die in Zelten und inmitten von Herden leben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(21) Seines Bruders Name war Jubal; dieser war der erste aller Harfen- und Fl\u00f6tenspieler.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(22) Auch Zila gebar Thubal-Kain, der fertigte alles, was Kupfer und Eisen schneidet. Thubal-Kains Schwester aber war Naama.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(23) Da sprach Lemech zu seinen Frauen: Ada und Zilla, h\u00f6ret meine Stimme, Frauen Lemechs, vernehmet meine Rede; denn einen Mann habe ich get\u00f6tet der mich verwundet und einen Knaben der mich hat vernarbt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(24) Wenn Kain siebenfach ger\u00e4cht wird, so Lemech siebenundsiebenzigfach!<\/strong><\/p>\n<p>(16) <strong><em>Da ging Kain fort aus dem Angesichte des Herrn <\/em><\/strong>\u00a0Er nimmt die g\u00f6ttliche Strafe auf sich und f\u00fchrt das Schicksal des Wanderers Abel fort, des Bruders, den er get\u00f6tet hatte.<\/p>\n<p>(16)<strong><em> und lie\u00df sich im Lande Nod nieder<\/em><\/strong>\u00a0 W\u00f6rtlich \u201edas Land des Wanderns\u201c, in dem es unm\u00f6glich ist, durch die Erde verwurzelt zu sein. Kain setzt daher das Erbauen der Stadt fort auf, jedoch bebaut er das Land nicht.<\/p>\n<p>(16)<strong><em> ostw\u00e4rts von Eden<\/em><\/strong> Trotz seines Exils verliert Kain nicht seine Verbindung zum Garten Eden, dem Ideal der menschlichen Existenz in dieser Welt.<\/p>\n<p>(17) <strong><em>Da erkannte Kain seine Frau, sie empfing und gebar Chanoch\u00a0 <\/em><\/strong>\u201eWissen\u201c und die Empf\u00e4ngnis, also nicht nur die Geburt allein, werden hier erw\u00e4hnt, da Kain und seine Familie nun zu einem neuen Stadium \u00fcbergegangen sind, in dem sie das Leben verstehen.<\/p>\n<p>(17) <strong><em>und gebar Chanoch\u00a0 <\/em><\/strong>Auf Hebr\u00e4isch stammt \u201eChanoch\u201c von \u201eChinuch\u201c, was \u201eBildung\u201c oder \u201eErneuerung\u201c bedeutet. Obwohl der erste Bildungsprozess unter der Leitung von Abel erfolglos verlief und zum Mord f\u00fchrte, lernt Kain, anderen Leben zu schenken, indem er Vater wird. Diese Erfahrung ist Teil des Korrekturprozesses von Kain. Er isoliert in sich selbst einige von Abels Eigenschaften und erkennt nun, wie wichtig Bildung ist.<\/p>\n<p>(17)<strong><em> Er\u00a0 gr\u00fcndete eine Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch<\/em><\/strong><em>.<\/em> Nachdem f\u00fcr Kain die M\u00f6glichkeit der Landwirtschaft verwirkt ist, schafft er eine Stadt &#8211; eine v\u00f6llig neue Form der sozialen Organisation -, in der Innovation und nicht Land die zentrale Realit\u00e4t darstellt. Dies entspricht auch der Bedeutung des Begriffs \u201eChinuch\u201c.<\/p>\n<p>(18) <strong><em>Dem Chanoch wurde \u2026 geboren \u2026Irad\u2026Mechujael\u2026Methuschael\u2026 Lemech.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(20) <strong><em>Ada gebar Jabal; dieser war der Vorfahre derer, die in Zelten und inmitten von Herden leben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(21) <strong><em>Jubal; dieser war der erste aller Harfen- und Fl\u00f6tenspieler.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(22) <strong><em>Thubal-Kain, der fertigte alles, was Kupfer und Eisen schneidet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach mehreren Generationen des Stadtlebens beginnt die explosive Entwicklung der Zivilisation der Nachkommen Kains &#8211; in den Bereichen Technologie, Wirtschaft, Milit\u00e4r und Kultur.<\/p>\n<p>(20) <strong><em>Jabal; dieser war der Vorfahre derer, die<\/em><\/strong> <strong><em>in Zelten und inmitten von Herden leben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(21) <strong><em>Jubal; dieser war der Vorfahre aller Harfen- und Fl\u00f6tenspieler.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen, dass Kains Nachkommen Namen tragen, die Abels phonetisch \u00e4hnlich sind, und dass sie auch die f\u00fcr Abel charakteristischen Hirtenberufe annehmen. Dies zeigt, dass die Zivilisation der Nachkommen Kains in einigen der Ideen Abels verwurzelt war.<\/p>\n<p>Die Tora spricht hier nicht nur von einfachen Hirten, sondern von \u201eden Vorfahren derer, die in Zelten und inmitten von Herden leben\u201c. Dies deutet auf eine industrielle Organisation des Viehbestands hin. Ebenso spricht die Tora hier nicht nur von einfachen Musikern, sondern von \u201edem Vorfahren aller Harfen- und Fl\u00f6tenspieler\u201c. Mit anderen Worten, hier geht es um die Musikindustrie. Gleichzeitig wird aber nichts \u00fcber die Bewirtschaftung des Landes gesagt. Dies ist eine rein st\u00e4dtische Zivilisation, reich und technologisch fortgeschritten, in der sich gewisse Merkmale des ermordeten Abel herausbilden.<\/p>\n<p>(22)<strong><em> Thubal-Kains Schwester aber war Naama.<\/em><\/strong> W\u00f6rtlich \u201eangenehm\u201c. Es ist ein sehr positiver Name, der die aussichtsreichsten Aspekte der Zivilisation der Nachkommen Kains hervorhebt. Der Midrasch betrachtet sie als Frau Noachs, was bedeutet, dass sich die Menschheit weiter reproduzieren und entwickeln wird, indem sie die Nachkommen von Schet und die Nachkommen von Kain (durch Noach bzw. seine Frau) synthetisiert. Dies signalisiert uns, dass Kain die Wiedergutmachung und den Verbesserungsprozess in seinen Nachfahren sieht.<\/p>\n<p>(19) <strong><em>Lemech nahm sich zwei Frauen<\/em><\/strong>\u00a0 Die Tatsache, dass die Tora dies sogar erw\u00e4hnt, zeigt uns, dass Lemech in dieser Hinsicht ungew\u00f6hnlich war. Seit Adam und Eva war die monogame Ehe die anerkannte, vorherrschende Praxis.<\/p>\n<p>(23) <strong><em>Da sprach Lemech zu seinen Frauen: \u201cAda und Zilla, h\u00f6ret meine Stimme, Frauen Lemechs, vernehmet meine Rede; denn einen Mann habe ich get\u00f6tet der mich verwundet und einen Knaben der mich hat vernarbt.\u201d<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(24) <strong><em>Wenn Kain siebenfach ger\u00e4cht wird, so Lemech siebenundsiebenzigfach!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Bedeutung dieses \u201eLiedes von Lemech\u201c ist unklar. Der Midrasch glaubt, dass Lemech sich hier der Morde r\u00fchmt, die von seinem Vorfahren Kain und Lemechs Sohn Tubal-Kain begangen wurden. Die Zivilisation der Nachkommen Kains hat, obwohl sie materiell bl\u00fcht, auch eine erkennbare spirituelle Krise.<\/p>\n<h2><strong>5.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Geburt von Schet (4: 25-26)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05db\u05d4<\/strong>\u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b5\u05a8\u05d3\u05b7\u05e2\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u05a5\u05dd \u05e2\u05d5\u05b9\u05d3\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d0\u05b4\u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u0594\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b5\u05a3\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d1\u05bc\u05b5\u0594\u05df \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05a5\u05d0 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u0596\u05d5\u05b9 \u05e9\u05c1\u05b5\u0591\u05ea \u05db\u05bc\u05b4\u05a3\u05d9 \u05e9\u05c1\u05b8\u05bd\u05ea\u05be\u05dc\u05b4\u05a4\u05d9 \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd\u0599 \u05d6\u05b6\u05a3\u05e8\u05b7\u05e2\u05d0\u05b7\u05d7\u05b5\u0594\u05e8 \u05ea\u05bc\u05b7\u05a3\u05d7\u05b7\u05ea \u05d4\u05b6\u0594\u05d1\u05b6\u05dc \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05d4\u05b2\u05e8\u05b8\u05d2\u0596\u05d5\u05b9 \u05e7\u05b8\u05bd\u05d9\u05b4\u05df \u05c3 <strong>\u05db\u05d5<\/strong>\u05d5\u05bc\u05dc\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a4\u05ea \u05d2\u05bc\u05b7\u05dd\u05be\u05d4\u05d5\u05bc\u05d0\u0599 \u05d9\u05bb\u05dc\u05bc\u05b7\u05d3\u05be\u05d1\u05bc\u05b5\u0594\u05df \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05a5\u05d0 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u0596\u05d5\u05b9 \u05d0\u05b1\u05e0\u0591\u05d5\u05b9\u05e9\u05c1 \u05d0\u05b8\u05a3\u05d6 \u05d4\u05d5\u05bc\u05d7\u05b7\u0594\u05dc \u05dc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b9\u0596\u05d0 \u05d1\u05bc\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a5\u05dd \u05d9\u05bd\u05d9 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(25) Adam aber erkannte wieder seine Frau, sie gebar einen Sohn und nannte ihn Schet; denn Gott hat mir einen anderen Samen gesetzt an Hebels statt; denn ihn hatte Kain erschlagen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(26) Und dem Schet war auch ein Sohn geboren; er nannte ihn Enosch. Zu dieser Zeit fing man an den Allm\u00e4chtigen mit seinem Namen anzurufen.<\/strong><\/p>\n<p>(25) <strong><em>Adam aber erkannte wieder seine Frau<\/em><\/strong>\u00a0 Die Geburt eines neuen Sohnes, Schet, erfordert, dass Adam seine Frau Eva auf einer neuen Ebene kennenlernt.<\/p>\n<p>(25) <strong><em>und nannte ihn Schet<\/em><\/strong>\u00a0 W\u00f6rtlich \u201eStabilit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>(25) <strong><em>anderen Samen gesetzt an Hebels statt; denn ihn hatte Kain erschlagen<\/em><\/strong>\u00a0 Schet muss Abels Funktion eines Gegengewichts zu Kain aus\u00fcben, aber er muss es richtig machen. Abel war zu fl\u00fcchtig, zu \u201eluftig\u201c. Ein stabiler Schet ist dazu bestimmt, sein Ersatz werden.<\/p>\n<p>(25) <strong><em>sie gebar einen Sohn und nannte ihn Schet<\/em><\/strong>\u00a0 \u00dcber Kain sagte die Thora (4: 1) nicht: \u201eSie gebar einen Sohn und nannte ihn Kain.\u201cDiese Geburt, die blo\u00dfe Tatsache, zum ersten Mal ein Kind zu geb\u00e4ren, war f\u00fcr Eva selbst ein \u201eErwerb\u201c &#8211; eine \u00c4nderung ihres Status.<\/p>\n<p>Und dann (4: 2) wurde Abel geboren, aber nur als \u201esein Bruder Abel\u201c &#8211; seine Berufung ist es, als Opposition gegen Kain zu dienen.<\/p>\n<p>Nur Schet wird als Sohn, \u201eben\u201c, geboren, was eng mit dem Verb \u201ebone\u201c (\u201eliwnot\u201c, \u201ebauen\u201c) verwandt ist, denn der prim\u00e4re Aufbau der weiteren Zivilisation liegt bei ihm.<\/p>\n<p>(26) <strong><em>Und dem Schet war auch ein Sohn geboren<\/em><\/strong>\u00a0 Der weitere Aufbau der Zivilisation erfolgt durch die Geburt von S\u00f6hnen, durch den Generationswechsel.<\/p>\n<p>(26) <strong><em>er nannte ihn Enosch <\/em><\/strong>\u00a0\u00a0Der Name bedeutet w\u00f6rtlich \u201emenschlich\u201c &#8211; genau im Sinne von \u201emenschlich\u201c anstatt \u201eg\u00f6ttlich\u201c (aber auch \u201emenschlich\u201c im Gegensatz zu \u201etierisch\u201c).<\/p>\n<p>Enosch bedeutet auch \u201esterblich\u201c. Adam sp\u00fcrte, dass er vor allem die Sch\u00f6pfung der H\u00e4nde des Allm\u00e4chtigen war, w\u00e4hrend Schet sp\u00fcrte, dass er der Vorl\u00e4ufer der nachfolgenden Menschheit ist und die Stelle von Abel und Kain einnimmt. Gerade durch die Pr\u00e4senz von Enosh erlangt Schet die Erkenntnis eigener Sterblichkeit, was von nun an einen zentralen Aspekt des menschlichen Selbstbewusstseins hervorhebt.<\/p>\n<p>(26) <strong><em>Zu dieser Zeit fing man an, den Herrn mit seinem Namen anzurufen<\/em><\/strong> \u201ezu verk\u00fcnden\u201c oder \u201ezu benennen\u201c. Eine Person, die sich sehr bewusst ist, dass sie sterblich und endlich ist, ben\u00f6tigt die Unterst\u00fctzung von Gott, der unsterblich und unendlich ist. Er beginnt dann, \u201esich auf den Namen des Herrn zu berufen\u201c oder anders ausgedr\u00fcckt \u201eden Namen des Herrn zu beschw\u00f6ren\u201c, wenn er Objekte benennt, die er in der Welt um sich herum sieht. (Er bringt diese Objekte in eine Relation zu Gott).<\/p>\n<p>Obwohl dies auf ein zutiefst religi\u00f6ses Gef\u00fchl hindeutet, markiert es &#8211; laut dem Midrasch &#8211; auch den Beginn von Praktiken des G\u00f6tzendienstes innerhalb der Menschheit. Spirituelle Parameter spielen eine zentrale Rolle in Schets Zivilisation &#8211; im Gegensatz zur Zivilisation Kains, die sich als durchaus pragmatisch erwies.<\/p>\n<h2><strong>5.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>\u201eDies ist die Aufzeichnung von Adams Linie\u201c (5: 1-32)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d0<\/strong> \u05d6\u05b6\u05a3\u05d4 \u05e1\u05b5\u0594\u05e4\u05b6\u05e8 \u05ea\u05bc\u05bd\u05d5\u05b9\u05dc\u05b0\u05d3\u05b9\u0596\u05ea \u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0591\u05dd \u05d1\u05bc\u05b0\u05d9\u0597\u05d5\u05b9\u05dd \u05d1\u05bc\u05b0\u05e8\u05b9\u05a4\u05d0 \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd\u0599 \u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05d1\u05bc\u05b4\u05d3\u05b0\u05de\u05a5\u05d5\u05bc\u05ea \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05e2\u05b8\u05e9\u05c2\u05b8\u05a5\u05d4 \u05d0\u05b9\u05ea\u05bd\u05d5\u05b9 \u05c3 <strong>\u05d1<\/strong> \u05d6\u05b8\u05db\u05b8\u05a5\u05e8 \u05d5\u05bc\u05e0\u05b0\u05e7\u05b5\u05d1\u05b8\u0596\u05d4 \u05d1\u05bc\u05b0\u05e8\u05b8\u05d0\u05b8\u0591\u05dd \u05d5\u05b7\u05d9\u05b0\u05d1\u05b8\u05a3\u05e8\u05b6\u05da\u05b0 \u05d0\u05b9\u05ea\u05b8\u0597\u05dd \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05a4\u05d0 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05b8\u05dd\u0599 \u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05d1\u05bc\u05b0\u05d9\u0596\u05d5\u05b9\u05dd \u05d4\u05b4\u05d1\u05bc\u05b8\u05bd\u05e8\u05b0\u05d0\u05b8\u05bd\u05dd \u05c3 <strong>\u05d2<\/strong>\u05d5\u05b7\u05d9\u05b0\u05d7\u05b4\u05a3\u05d9 \u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0597\u05dd \u05e9\u05c1\u05b0\u05dc\u05b9\u05e9\u05c1\u05b4\u05a4\u05d9\u05dd \u05d5\u05bc\u05de\u05b0\u05d0\u05b7\u05ea\u0599 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0594\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05a5\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d1\u05bc\u05b4\u05d3\u05b0\u05de\u05d5\u05bc\u05ea\u0596\u05d5\u05b9 \u05db\u05bc\u05b0\u05e6\u05b7\u05dc\u05b0\u05de\u0591\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05a5\u05d0 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u0596\u05d5\u05b9 \u05e9\u05c1\u05b5\u05bd\u05ea \u05c3 <strong>\u05d3<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05bd\u05d4\u05b0\u05d9\u05a3\u05d5\u05bc \u05d9\u05b0\u05de\u05b5\u05bd\u05d9\u05be\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0597\u05dd \u05d0\u05b7\u05bd\u05d7\u05b2\u05e8\u05b5\u05d9\u0599 \u05d4\u05bd\u05d5\u05b9\u05dc\u05b4\u05d9\u05d3\u05a3\u05d5\u05b9 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b5\u0594\u05ea \u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05b9\u05e0\u05b6\u05a5\u05d4 \u05de\u05b5\u05d0\u05b9\u0596\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05a5\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d1\u05bc\u05b8\u05e0\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05d5\u05bc\u05d1\u05b8\u05e0\u05bd\u05d5\u05b9\u05ea \u05c3 <strong>\u05d4<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05bd\u05d4\u05b0\u05d9\u059e\u05d5\u05bc \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d9\u05b0\u05de\u05b5\u05a4\u05d9 \u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u05dd\u0599 \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05e8\u05be\u05d7\u05b7\u0594\u05d9 \u05ea\u05bc\u05b0\u05e9\u05c1\u05b7\u05a4\u05e2 \u05de\u05b5\u05d0\u05d5\u05b9\u05ea\u0599 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0594\u05d4 \u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b0\u05dc\u05b9\u05e9\u05c1\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05de\u05b9\u05bd\u05ea \u05c3<strong>\u05d5<\/strong> \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d7\u05b4\u05d9\u05be\u05e9\u05c1\u05b5\u0595\u05ea \u05d7\u05b8\u05de\u05b5\u05a5\u05e9\u05c1 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05d5\u05bc\u05de\u05b0\u05d0\u05b7\u05a3\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u0596\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d0\u05b1\u05e0\u05bd\u05d5\u05b9\u05e9\u05c1 \u05c3 <strong>\u05d6<\/strong> \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d7\u05b4\u05d9\u05be\u05e9\u05c1\u05b5\u0597\u05ea \u05d0\u05b7\u05bd\u05d7\u05b2\u05e8\u05b5\u05d9\u0599 \u05d4\u05bd\u05d5\u05b9\u05dc\u05b4\u05d9\u05d3\u05a3\u05d5\u05b9 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d0\u05b1\u05e0\u0594\u05d5\u05b9\u05e9\u05c1 \u05e9\u05c1\u05b6\u05a3\u05d1\u05b7\u05e2 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b4\u0594\u05d9\u05dd \u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u05b9\u05e0\u05b6\u05a5\u05d4 \u05de\u05b5\u05d0\u0596\u05d5\u05b9\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05a5\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d1\u05bc\u05b8\u05e0\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05d5\u05bc\u05d1\u05b8\u05e0\u05bd\u05d5\u05b9\u05ea \u05c3 <strong>\u05d7<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05bd\u05d4\u05b0\u05d9\u05d5\u05bc\u0599 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d9\u05b0\u05de\u05b5\u05d9\u05be\u05e9\u05c1\u05b5\u0594\u05ea \u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u05b5\u05a4\u05d9\u05dd \u05e2\u05b6\u05e9\u05c2\u05b0\u05e8\u05b5\u05d4\u0599 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0594\u05d4 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\u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0596\u05d4 \u05d5\u05bc\u05de\u05b0\u05d0\u05b7\u05a3\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u0596\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d1\u05bc\u05b5\u05bd\u05df \u05c3 <strong>\u05db\u05d8<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05e8\u05b8\u05a7\u05d0 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b0\u05de\u059b\u05d5\u05b9 \u05e0\u05b9\u0596\u05d7\u05b7 \u05dc\u05b5\u05d0\u05de\u05b9\u0591\u05e8 \u05d6\u05b6\u05a0\u059e\u05d4 \u05d9\u05b0\u05e0\u05b7\u05bd\u05d7\u05b2\u05de\u05b5\u05a4\u05e0\u05d5\u05bc \u05de\u05b4\u05bd\u05de\u05bc\u05b7\u05e2\u05b2\u05e9\u05c2\u05b5\u05a8\u05e0\u05d5\u05bc\u0599 \u05d5\u05bc\u05de\u05b5\u05bd\u05e2\u05b4\u05e6\u05bc\u05b0\u05d1\u05a3\u05d5\u05b9\u05df \u05d9\u05b8\u05d3\u05b5\u0594\u05d9\u05e0\u05d5\u05bc \u05de\u05b4\u05df\u05be\u05d4\u05b8\u05a3\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u0594\u05d4 \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05a5\u05e8 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\u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d9\u05b0\u05de\u05b5\u05d9\u05be\u05dc\u05b6\u0594\u05de\u05b6\u05da\u05b0 \u05e9\u05c1\u05b6\u05a4\u05d1\u05b7\u05e2 \u05d5\u05b0\u05e9\u05c1\u05b4\u05d1\u05b0\u05e2\u05b4\u05d9\u05dd\u0599 \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0594\u05d4 \u05d5\u05bc\u05e9\u05c1\u05b0\u05d1\u05b7\u05a5\u05e2 \u05de\u05b5\u05d0\u0596\u05d5\u05b9\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05de\u05b9\u05bd\u05ea \u05c3<strong>\u05dc\u05d1<\/strong> \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u05d9\u05be\u05e0\u05b9\u0595\u05d7\u05b7 \u05d1\u05bc\u05b6\u05df\u05be\u05d7\u05b2\u05de\u05b5\u05a5\u05e9\u05c1 \u05de\u05b5\u05d0\u0596\u05d5\u05b9\u05ea \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05a3\u05d5\u05b9\u05dc\u05b6\u05d3 \u05e0\u05b9\u0594\u05d7\u05b7 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e9\u05c1\u05b5\u0596\u05dd \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d7\u05b8\u05a5\u05dd \u05d5\u05b0\u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d9\u05b8\u05bd\u05e4\u05b6\u05ea\u05c3<\/p>\n<p><strong>(1) Dies sind die Schilderungen der Linie Adams. Als G\u00b4tt Adam schuf, schuf er ihn im Abbild G\u00b4ttes.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(2) M\u00e4nnlich und weiblich hat er sie erschaffen, und als sie erschaffen wurden, segnete er sie und nannte sie Mensch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(3) Adam lebte 130 Jahre, da zeugte er einen Sohn nach seinem Abbild in seiner Gestalt und nannte ihn Schet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(4) Nachdem er Schet gezeugt hatte, lebte er 800 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(5) Als alle Tage Adams, die er lebte, 930 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(6) Schet lebte 105 Jahre, dann zeugte er Enosch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(7) Nachdem er Enosch gezeugt hatte, lebte Schet noch 807 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(8) Als alle Tage Schets 912 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(9) Enosch\u00a0lebte 90 Jahre, dann zeugte er Kenan.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(10) Nachdem er Kenan gezeugt hatte, lebte Enosch noch 815 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(11) Als alle Tage Enoschs 905 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(12) Kenan lebte 70 Jahre, dann zeugte er Mahalallel.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(13) Nachdem er Mahalallel gezeugt hatte, lebte Kenan noch 840 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(14) Als alle Tage Kenans 910 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(15) Mahalallel\u00a0 lebte 65 Jahre, dann zeugte er Jered.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(16) Nachdem er Jered gezeugt hatte, lebte Mahalallel noch 830 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(17) Als alle Tage Mahalallels 895 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(18) Jered lebte 162 Jahre, dann zeugte er Chanoch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(19) Nachdem Jered Chanoch gezeugt hatte, lebte Jered noch 800 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(20) Als alle Tage Jereds 962 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(21) Chanoch lebte 65 Jahre, dann zeugte er Methuschelach.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(22) Nachdem er Methuschelach gezeugt hatte, wandelte Chanoch mit Gott 300 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(23) Alle Tage Chanochs waren 365 Jahre.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(24) Chanoch wandelte mit Gott und war nicht mehr da, denn Gott hatte ihn fortgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(25) Methuschelach lebte 187 Jahre, dann zeugte er Lemech. <\/strong><\/p>\n<p><strong>(26) Nachdem er Lemech gezeugt hatte, lebte Methuschelach noch 782 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(27) Als alle Tage Methuschelachs 960 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(28) Lemech lebte 182 Jahre, dann zeugte er einen Sohn.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(29) Er nannte ihn Noach, um damit zu sagen: Dieses nur kann uns tr\u00f6sten von unserem Schaffen und von der Entsagung unserer H\u00e4nde, von dem Boden, den Gott mit Fluch getroffen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(30) Nachdem er Noach gezeugt, lebte Lemech noch 595 Jahre und zeugte S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(31) Als alle Tage Lemechs 777 Jahre waren, starb er.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(32) Noach war bereits 500 Jahre alt, da zeugte Noach Schem, Cham und Japhet.<\/strong><\/p>\n<p>(1) <strong><em>Dieses Buch sind Entwicklungen Adams<\/em><\/strong>\u00a0 W\u00f6rtlich \u201eDies ist das Buch der Generationen Adams\u201c. Hier wird eine offensichtliche Parallele zum Vers \u201eSo ist die Geschichte (w\u00f6rtlich \u201eGenerationen\u201c) der Erschaffung von Himmel und Erde\u201c (2,4) deutlich, der die Geschichte der Entstehung der Welt unmittelbar nach der Sch\u00f6pfung einf\u00fchrte. Auf die selbe Art und Weise beginnt hier eine neue Charakterisierung der Menschheitsgeschichte.<\/p>\n<p>(1)<strong><em> Entwicklungen<\/em><\/strong>\u00a0 Das hebr\u00e4ische Wort \u201eToldot\u201c (\u201eGenerationen\u201c oder \u201eNachkommen\u201c) steht f\u00fcr eines der wichtigsten Konzepte in der Tora. Es kann sich entweder auf die Herkunft (seine Vorfahren) oder auf seine Nachkommen beziehen &#8211; auf seine Kinder ebenso wie auf seine Leistungen. Das Konzept der \u201eToldot\u201c positioniert den Menschen als Glied in der Kette der Generationen und verleiht ihm Pflicht, nicht nur f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr die gesamte Kette verantwortlich zu sein \u2013 also sowohl f\u00fcr das ihm \u00dcbergebene als auch f\u00fcr all das, was er geschaffen hat (oder schaffen wird).<\/p>\n<p>(1) <strong><em>Dies sind die Schilderungen der Linie Adams <\/em><\/strong>\u00a0Verglichen mit der Welt der Natur, wo Fortpflanzung zur Reproduktion der Spezies im Mittelpunkt steht, ist bei der Menschheit die Reflexion gleicherma\u00dfen wichtig: Das Ergr\u00fcnden der individuellen Bestimmung, des eigenen Lebensweges und die Bewertung von pers\u00f6nlichem Fortschritt durch den Vergleich von Vergangenheit mit Gegenwart. Daher steht f\u00fcr jeden Einzelnen nicht nur das blo\u00dfe Zeugen seiner Nachkommen an erster Stelle, sondern vielmehr der spezifische Lebensweg jener Linie.<\/p>\n<p>Beim Aufwerfen der Frage \u201eWelches ist der wichtigste Vers in der Tora?\u201c schl\u00e4gt der Talmud zwei Kandidaten vor: \u201eLiebt euren N\u00e4chsten wie euch selbst: Ich bin der Herr.\u201c (3. Mose 19:18) und unseren Vers hier: \u201eDies sind die Schilderungen der Linie Adams \u2026\u201c. Die Entwicklung der Zivilisation als Folge des Generationenwechsels ist ein wesentliches Element der g\u00f6ttlichen Lehre der Thora, denn nur durch diesen Prozess kann ein Mensch spirituell vorankommen und sich Gott n\u00e4hern.<\/p>\n<p>(2) <strong>\u201eM\u00e4nnlich und weiblich hat er sie erschaffen, und als sie erschaffen wurden, segnete er sie und nannte sie Mensch.\u201d<\/strong>\u00a0 \u201eEr nannte sie\u201c; das hei\u00dft beide gemeinsam und nicht jeden einzeln. Nur durch ihre Vereinigung werden Mann und Frau Mensch.<\/p>\n<p>(1) <strong>\u201eDies sind die Schilderungen der Linie Adams. Als Gott Adam schuf, schuf er ihn im Abbild Gottes.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>(3) <strong>\u201eAdam lebte 130 Jahre, da zeugte er einen Sohn nach seinem Abbild in seiner Gestalt und nannte ihn Schet.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt f\u00fcr Schets Zivilisation (im Gegensatz zu den Nachkommen von Kains Zivilisation) ist das Konzept des Menschen im Abbild Gottes, das an nachfolgende Generationen weitergegeben werden soll &#8211; die Wahrnehmung der Welt als \u201eChronik der Geburt des Menschen, der im Abbild Gottes erschaffen wurde\u201c.<\/p>\n<p>(9) <strong><em>Enosch\u00a0lebte 90 Jahre, dann zeugte er Kenan\u00a0 <\/em><\/strong>Der Name \u201eKenan\u201c ist \u201eKain\u201c sehr \u00e4hnlich (im Hebr\u00e4ischen muss nur der letzte Buchstabe von \u201eKain\u201c wiederholt werden, um \u201eKenan\u201c zu bilden). Kenan tr\u00e4gt n\u00e4mlich einige von Kains Merkmalen. Hier findet eine Konvergenz statt: Kains Zivilisation nimmt einige von Abels Merkmalen auf und Schets Zivilisation wiederum positive Elemente der Kultur Kains.<\/p>\n<p>(24) <strong><em>Chanoch ging mit Gott und da war er nicht mehr, denn Gott hatte ihn fortgenommen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><\/strong>Der essenziellste Wert von Schets Zivilisation ist die Kommunikation mit Gott.<\/p>\n<p>(28)<strong><em>Lemech lebte 182 Jahre, dann zeugte er einen Sohn.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(29) <strong><em>Er nannte ihn Noach, um damit zu sagen: Dieses nur kann uns tr\u00f6sten von unserem Schaffen und von der Entsagung unserer H\u00e4nde, von dem Boden, den Gott mit Fluch getroffen<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Dieser Vers deutet durch das Wort \u201enachmanu\u201c klar auf eine Verbindung mit dem Namen Noach und die Idee des Trostes (hebr\u00e4ische Wurzel &#8211; \u201enachem\u201c). Dieses Konzept ist entscheidend f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der gesamten Geschichte der Sintflut, die nun sehr bald beginnt. Die Verbindung zwischen Noach und \u201enachem\u201c ist jedoch unvollst\u00e4ndig (nur die ersten beiden der drei Buchstaben der Wurzel \u201enachem\u201c erscheinen in \u201eNoach\u201c). H\u00e4tte Lemech diese Verbindung betonen wollen, h\u00e4tte er seinen Sohn wahrscheinlich \u201eNechama\u201c (Trost) oder \u201eMenachem\u201c (Tr\u00f6ster) genannt. Dennoch tr\u00e4gt der Name \u201eNoach\u201c die zus\u00e4tzliche Bedeutung von \u201eLeichtigkeit\u201c oder \u201eEinfachheit\u201c. Diese Idee ist entscheidend, um die Geschichte der Sintflut zu verstehen und \u201eErleichterung von der Arbeit unserer H\u00e4nde auf dem Boden zu schaffen, den der Herr verflucht hat\u201c. Wir werden dies weiter unten genauer diskutieren.<\/p>\n<h2><strong>5.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Krise der Menschheit bis zur Sintflut (6: 1-8)<\/strong><\/h2>\n<p dir=\"rtl\"><strong>\u05d0<\/strong> \u05d5\u05b7\u05bd\u05d9\u05b0\u05d4\u05b4\u05d9\u0599 \u05db\u05bc\u05b4\u05bd\u05d9\u05be\u05d4\u05b5\u05d7\u05b5\u05a3\u05dc \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05dc\u05b8\u05e8\u05b9\u0596\u05d1 \u05e2\u05b7\u05dc\u05be\u05e4\u05bc\u05b0\u05e0\u05b5\u05a3\u05d9 \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u0591\u05d4 \u05d5\u05bc\u05d1\u05b8\u05e0\u0596\u05d5\u05b9\u05ea \u05d9\u05bb\u05dc\u05bc\u05b0\u05d3\u05a5\u05d5\u05bc \u05dc\u05b8\u05d4\u05b6\u05bd\u05dd \u05c3 <strong>\u05d1<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e8\u05b0\u05d0\u05a4\u05d5\u05bc \u05d1\u05b0\u05e0\u05b5\u05d9\u05be\u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd\u0599 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d1\u05bc\u05b0\u05e0\u05a3\u05d5\u05b9\u05ea \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05d8\u05b9\u05d1\u05b9\u0596\u05ea \u05d4\u05b5\u0591\u05e0\u05bc\u05b8\u05d4 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e7\u05b0\u05d7\u05a4\u05d5\u05bc \u05dc\u05b8\u05d4\u05b6\u05dd\u0599 \u05e0\u05b8\u05e9\u05c1\u05b4\u0594\u05d9\u05dd \u05de\u05b4\u05db\u05bc\u05b9\u0596\u05dc \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05a5\u05e8 \u05d1\u05bc\u05b8\u05d7\u05b8\u05bd\u05e8\u05d5\u05bc \u05c3 <strong>\u05d2<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a3\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05d9\u0597\u05d9 \u05dc\u05b9\u05bd\u05d0\u05be\u05d9\u05b8\u05d3\u05a8\u05d5\u05b9\u05df \u05e8\u05d5\u05bc\u05d7\u05b4\u05a4\u05d9 \u05d1\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u05dd\u0599 \u05dc\u05b0\u05e2\u05b9\u05dc\u05b8\u0594\u05dd \u05d1\u05bc\u05b0\u05e9\u05c1\u05b7\u05d2\u05bc\u05b7\u0596\u05dd \u05d4\u05a3\u05d5\u05bc\u05d0 \u05d1\u05b8\u05e9\u05c2\u05b8\u0591\u05e8 \u05d5\u05b0\u05d4\u05b8\u05d9\u05a3\u05d5\u05bc \u05d9\u05b8\u05de\u05b8\u0594\u05d9\u05d5 \u05de\u05b5\u05d0\u05b8\u05a5\u05d4 \u05d5\u05b0\u05e2\u05b6\u05e9\u05c2\u05b0\u05e8\u05b4\u0596\u05d9\u05dd \u05e9\u05c1\u05b8\u05e0\u05b8\u05bd\u05d4 \u05c3 <strong>\u05d3<\/strong> \u05d4\u05b7\u05e0\u05bc\u05b0\u05e4\u05b4\u05dc\u05b4\u059e\u05d9\u05dd \u05d4\u05b8\u05d9\u05a3\u05d5\u05bc \u05d1\u05b8\u05d0\u05b8\u05e8\u05b6\u05e5\u05ae \u05d1\u05bc\u05b7\u05d9\u05bc\u05b8\u05de\u05b4\u05a3\u05d9\u05dd \u05d4\u05b8\u05d4\u05b5\u05dd\u0592 \u05d5\u05b0\u05d2\u05b7\u05a3\u05dd \u05d0\u05b7\u05bd\u05d7\u05b2\u05e8\u05b5\u05d9\u05be\u05db\u05b5\u0597\u05df \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05a8\u05e8 \u05d9\u05b8\u05d1\u05b9\u059c\u05d0\u05d5\u05bc \u05d1\u05bc\u05b0\u05e0\u05b5\u05a4\u05d9 \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd\u0599 \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05d1\u05bc\u05b0\u05e0\u05a3\u05d5\u05b9\u05ea \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05d5\u05b0\u05d9\u05b8\u05bd\u05dc\u05b0\u05d3\u0596\u05d5\u05bc \u05dc\u05b8\u05d4\u05b6\u0591\u05dd \u05d4\u05b5\u05a7\u05de\u05bc\u05b8\u05d4 \u05d4\u05b7\u05d2\u05bc\u05b4\u05d1\u05bc\u05b9\u05e8\u05b4\u059b\u05d9\u05dd \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05a5\u05e8 \u05de\u05b5\u05bd\u05e2\u05d5\u05b9\u05dc\u05b8\u0596\u05dd \u05d0\u05b7\u05e0\u05b0\u05e9\u05c1\u05b5\u05a5\u05d9 \u05d4\u05b7\u05e9\u05bc\u05c1\u05b5\u05bd\u05dd \u05c3<strong>\u05d4<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b7\u05a3\u05e8\u05b0\u05d0 \u05d9\u0594\u05d9 \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05e8\u05b7\u05d1\u05bc\u05b8\u059b\u05d4 \u05e8\u05b8\u05e2\u05b7\u05a5\u05ea \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0596\u05dd \u05d1\u05bc\u05b8\u05d0\u05b8\u0591\u05e8\u05b6\u05e5 \u05d5\u05b0\u05db\u05b8\u05dc\u05be\u05d9\u05b5\u05a8\u05e6\u05b6\u05e8\u0599 \u05de\u05b7\u05d7\u05b0\u05e9\u05c1\u05b0\u05d1\u05b9\u05a3\u05ea \u05dc\u05b4\u05d1\u05bc\u0594\u05d5\u05b9 \u05e8\u05b7\u05a5\u05e7 \u05e8\u05b7\u0596\u05e2 \u05db\u05bc\u05b8\u05dc\u05be\u05d4\u05b7\u05d9\u05bc\u05bd\u05d5\u05b9\u05dd \u05c3 <strong>\u05d5<\/strong> \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05e0\u05bc\u05b8\u05a3\u05d7\u05b6\u05dd \u05d9\u0594\u05d9 \u05db\u05bc\u05b4\u05bd\u05d9\u05be\u05e2\u05b8\u05e9\u05c2\u05b8\u05a5\u05d4 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0596\u05dd \u05d1\u05bc\u05b8\u05d0\u05b8\u0591\u05e8\u05b6\u05e5 \u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b4\u05ea\u05b0\u05e2\u05b7\u05e6\u05bc\u05b5\u0596\u05d1 \u05d0\u05b6\u05dc\u05be\u05dc\u05b4\u05d1\u05bc\u05bd\u05d5\u05b9 \u05c3 \u05d6\u00a0\u05d5\u05b7\u05d9\u05bc\u05b9\u05a3\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05d9\u0597\u05d9 \u05d0\u05b6\u05de\u05b0\u05d7\u05b6\u05a8\u05d4 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u05a4\u05dd \u05d0\u05b2\u05e9\u05c1\u05b6\u05e8\u05be\u05d1\u05bc\u05b8\u05e8\u05b8\u05a8\u05d0\u05ea\u05b4\u05d9\u0599 \u05de\u05b5\u05e2\u05b7\u05dc\u0599 \u05e4\u05bc\u05b0\u05e0\u05b5\u05a3\u05d9 \u05d4\u05b8\u05bd\u05d0\u05b2\u05d3\u05b8\u05de\u05b8\u0594\u05d4 \u05de\u05b5\u05bd\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u05dd\u0599 \u05e2\u05b7\u05d3\u05be\u05d1\u05bc\u05b0\u05d4\u05b5\u05de\u05b8\u0594\u05d4 \u05e2\u05b7\u05d3\u05be\u05e8\u05b6\u0596\u05de\u05b6\u05e9\u05c2 \u05d5\u05b0\u05e2\u05b7\u05d3\u05be\u05e2\u05a3\u05d5\u05b9\u05e3 \u05d4\u05b7\u05e9\u05bc\u05c1\u05b8\u05de\u05b8\u0591\u05d9\u05b4\u05dd \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05e0\u05b4\u05d7\u05b7\u0596\u05de\u05b0\u05ea\u05bc\u05b4\u05d9 \u05db\u05bc\u05b4\u05a5\u05d9 \u05e2\u05b2\u05e9\u05c2\u05b4\u05d9\u05ea\u05b4\u05bd\u05dd \u05c3 <strong>\u05d7<\/strong> \u05d5\u05b0\u05e0\u05b9\u0595\u05d7\u05b7 \u05de\u05b8\u05a5\u05e6\u05b8\u05d0 \u05d7\u05b5\u0596\u05df \u05d1\u05bc\u05b0\u05e2\u05b5\u05d9\u05e0\u05b5\u05a5\u05d9 \u05d9\u05bd\u05d9 \u05c3<\/p>\n<p><strong>(1) Es war, da die Menschen sich auf dem Erdboden zu vermehren begannen und ihnen T\u00f6chter geboren waren,<\/strong><\/p>\n<p><strong>(2) da sahen die S\u00f6hne des g\u00f6ttlichen Geschlechtes die T\u00f6chter des Menschen, dass sie sch\u00f6n waren, und nahmen sich Frauen, woher es ihnen gefiel.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(3) Da sprach der Herr: \u201c Mein Geist soll nicht auf unbegrenzte Zeit im Menschen weilen, da dieser ja auch Fleisch ist; so sollen die Tage, die ihm gew\u00e4hrt sind, 120 Jahre sein.\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>(4) Die Riesen waren in jenen Tagen auf der Erde und auch noch dann, als schon die S\u00f6hne des g\u00f6ttlichen Geschlechtes zu den T\u00f6chtern des Menschen kamen und diese von ihnen gebaren. Sie waren die Helden vergangener Zeiten, M\u00e4nner der Ehre.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(5) Und der sah, dass das Unheil des Menschen gro\u00df auf Erden war und jedes Vorhaben, das aus seinem Verstand erwuchs, nichts als Boshaftigkeit zutage brachte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(6) da bereute der Herr, dass er den Menschen auf Erden geschaffen, und sein Herz war betr\u00fcbt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>(7) Da sprach der Herr: \u201cIch will den Menschen, den ich geschaffen vom Erdboden tilgen &#8211;\u00a0 von Mensch bis zum Vieh, vom Gew\u00fcrm bis zum Vogel des Himmels; denn ich bereue sie geschaffen zu haben.\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>(8) Noach aber erlangte Wohlwollen in den Augen\u00a0des Herrn.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>(1) <strong><em>Es war, da die Menschen sich auf dem Erdboden zu vermehren begannen <\/em><\/strong>\u00a0Als Folge seiner zahlenm\u00e4\u00dfigen Zunahme entfernt sich die Menschheit von Familienstruktur und beginnt, sich in gr\u00f6\u00dferen Gesellschaftsformen zu organisieren.<\/p>\n<p>(1) <strong><em>und ihnen T\u00f6chter geboren waren<\/em><\/strong>\u00a0 Es ist offensichtlich, dass die ganze Zeit \u00fcber T\u00f6chter geboren wurden. Gemeint ist, dass einige dieser T\u00f6chter nun einen neuen, besonderen sozialen Status erlangten, der soziale Konflikte um sie herum entfachte.<\/p>\n<p>(2) <strong><em>da sahen die S\u00f6hne des g\u00f6ttlichen Geschlechtes die T\u00f6chter des Menschen, dass sie sch\u00f6n waren, und nahmen sich Frauen, woher es ihnen gefiel<\/em><\/strong>\u00a0 Dieser Vers spricht von der moralischen Krise, die zur Sintflut f\u00fchrte, aber seine genaue Auslegung ist unklar, jedoch gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten, diesen zu verstehen.<\/p>\n<p>Im urspr\u00fcnglichen hebr\u00e4ischen Text ist \u201eg\u00f6ttliche Wesen\u201c\u201ebnej ha-elohim\u201c, \u201eS\u00f6hne von Elohim\u201c. Da sich das Wort \u201eelohim\u201c jedoch entweder auf Gott oder auf Menschen mit erh\u00f6htem sozialem Status beziehen kann (wie beispielsweise Herrscher oder Richter, siehe Exodus 4:16, 7: 1, 21: 6). Doch wer waren diese \u201eS\u00f6hne von Elohim\u201c? Und wessen S\u00f6hne waren sie?<\/p>\n<p>Folgende Interpretationen des Begriffs \u201eS\u00f6hne von Elohim\u201c wurden vorgeschlagen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die \u201ebnej ha-elohim\u201c sind die \u201eS\u00f6hne angesehener, edler Menschen\u201c, und die \u201ebnot ha-adam\u201c, die \u201eT\u00f6chter von M\u00e4nnern\u201c, die sie heirateten, sind M\u00e4dchen aus dem einfachen Volk. Das Verbrechen der S\u00f6hne des Adels war, dass sie sich Frauen nahmen \u201ewoher es ihnen gefiel\u201c, d.h. gewaltsam, ohne die Zustimmung der M\u00e4dchen selbst einzuholen.<\/li>\n<li>Diese \u201ebnej ha-elohim\u201c, \u201edie S\u00f6hne Gottes\u201c, waren die Nachkommen von Schet. Sie werden \u201edie S\u00f6hne Gottes\u201c genannt, weil das Verst\u00e4ndnis des G\u00f6ttlichen unter den Menschen bei Schets Nachkommen bewahrt wurde. In diesem Fall sind die \u201ebnot ha-adam\u201c, \u201eMenschent\u00f6chter\u201c, T\u00f6chter der Nachkommen Kains, und das Vergehen der S\u00f6hne Schets besteht darin, von der k\u00f6rperlichen Sch\u00f6nheit der M\u00e4dchen so angezogen zu werden (\u201e<em>\u2026T\u00f6chter des Menschen, dass sie sch\u00f6n waren<\/em>\u201d), dass sie ihren Kindern erlaubten, mit Kains Nachkommen zu heiraten. Das Ergebnis war, dass die aus besagten Familien geborenen Kinder Kains Kultur annahmen und ihre Erziehung auf Basis amoralischer menschlicher Verhaltensmuster erfolgte. Es blieb also keine Hoffnung mehr auf die Errettung der Menschheit.<\/li>\n<li>Der Midrasch schl\u00e4gt eine dritte Interpretation vor. Die \u201eS\u00f6hne von Elohim\u201c sind Engel, die als Abgesandte des Allm\u00e4chtigen auf die Erde herabgestiegen sind. Aber anstatt die Aufgabe zu erf\u00fcllen, die Gott ihnen \u00fcbertragen hatte, heirateten diese Engel menschliche Frauen. (Hierbei ist wichtig zu verstehen, dass solche Midraschim nicht w\u00f6rtlich genommen werden d\u00fcrfen.)<\/li>\n<\/ol>\n<p>(3) <strong><em>Da sprach der Herr: \u201cMein Geist soll nicht auf unbegrenzte Zeit im Menschen weilen, da dieser ja auch Fleisch ist; so sollen die Tage, die ihm gew\u00e4hrt sind, 120 Jahre sein.<\/em>\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Diese Worte k\u00f6nnen auf zwei Arten verstanden werden:<\/p>\n<ol>\n<li>Gott setzt der menschlichen Lebenserwartung eine Grenze. Fortan kann kein Mensch l\u00e4nger als 120 Jahre leben<\/li>\n<li>Gott legt ein Intervall von 120 Jahren fest, in dem die Menschheit besinnen und korrigieren kann. Wenn sie diese Chance verpassen, werden sie von der Sintflut getilgt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>(4) \u201e<strong><em>Die Riesen waren in jenen Tagen auf der Erde und auch noch dann, als schon die S\u00f6hne des g\u00f6ttlichen Geschlechtes zu den T\u00f6chtern des Menschen kamen und diese von ihnen gebaren. Sie waren die Helden vergangener Zeiten, M\u00e4nner der Ehre.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nachdem Gott der Menschheit eine Grenze von 120 Jahren gesetzt hatte, erz\u00e4hlt uns die Thora weiter von der Geburt dieser \u201eRiesen\u201c, aber aus dem Text geht nicht hervor, ob dies ein positiver oder ein negativer Umstand war.<\/p>\n<p>Grammatisch kann das Wort \u201eRiesen\u201c (\u201ehaNefilim\u201c) auf zwei Arten verstanden werden:<\/p>\n<ol>\n<li>Als \u201eRiesen\u201c oder \u201eGiganten\u201c, bezogen auf Schem, Cham und Jafet, die S\u00f6hne Noachs. (Da ihre Mutter Naama von Kains Nachkommen abstammte, war diese Ehe auch eine Situation von \u201eden g\u00f6ttlichen Wesen, die mit Menschent\u00f6chtern zusammenlebten\u201c). Bis Noachs drei S\u00f6hne erwachsen und unabh\u00e4ngig wurden, konnte die Sintflut nicht stattfinden. F\u00e4nde sie in dieser Zeit doch statt, g\u00e4be es niemanden, durch den man die Menschheit neu erschaffen k\u00f6nnte. Gott hat daher 120 Jahre f\u00fcr ihre Geburt und ihr Heranwachsen vorgesehen.<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>Als \u201eGefallene\u201c &#8211; die selbst gefallen sind und dadurch den Untergang der Welt mitverursacht haben, da die Welt zerf\u00e4llt, wenn hochrangige Beamte ihre Pflichten vernachl\u00e4ssigen und die einfachen Leute unterdr\u00fccken.<\/li>\n<\/ol>\n<p>(5) <strong><em>Und der Herr sah, dass das Unheil des Menschen gro\u00df auf Erden war und jedes Vorhaben, das aus seinem Verstand erwuchs, nichts als Boshaftigkeit zutage brachte.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>(6) <em>da bereute der Herr, dass er den Menschen auf Erden geschaffen, und sein Herz war betr\u00fcbt.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>(7) <em>Da sprach der Herr: \u201cIch will den Menschen, den ich geschaffen vom Erdboden tilgen &#8211;\u00a0 von Mensch bis zum Vieh, vom Gew\u00fcrm bis zum Vogel des Himmels; denn ich bereue sie geschaffen zu haben.<\/em>\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Gott hat nun entg\u00fcltig seine Entscheidung bez\u00fcglich der Sintflut getroffen.<\/p>\n<p>Das Wort \u201enachem\u201c, \u201ebedauern\u201c, das in dieser Passage zweimal verwendet wird, ist das gleiche Wort wie \u201enachem\u201c, \u201etr\u00f6sten\u201c, das Lemech oben (5:29) bei der Benennung seines Sohnes Noach verwendete. Dieses Konzept wird etwas sp\u00e4ter nochmals erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>(8) <strong><em>Noach aber erlangte Wohlwollen in den Augen\u00a0Gottes<\/em>\u00a0 <\/strong>\u201eNoach erlangte Wohlwollen\u201c bedeutet, dass sein Willen und sein Handeln allein nicht ausgereicht h\u00e4tte, um ihn vor der Sintflut zu verschonen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kain und Abel 4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Geburt von Kain (4: 1) \u05d0 \u05d5\u05b0\u05d4\u05b8\u05a3\u05d0\u05b8\u05d3\u05b8\u0594\u05dd \u05d9\u05b8\u05d3\u05b7\u0596\u05e2 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d7\u05b7\u05d5\u05bc\u05b8\u05a3\u05d4 \u05d0\u05b4\u05e9\u05c1\u05b0\u05ea\u05bc\u0591\u05d5\u05b9 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b7\u05a8\u05d4\u05b7\u05e8\u0599 \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b5\u05a3\u05dc\u05b6\u05d3 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05e7\u05b7\u0594\u05d9\u05b4\u05df \u05d5\u05b7\u05ea\u05bc\u05b9\u0595\u05d0\u05de\u05b6\u05e8 \u05e7\u05b8\u05e0\u05b4\u05a5\u05d9\u05ea\u05b4\u05d9 \u05d0\u05b4\u0596\u05d9\u05e9\u05c1 \u05d0\u05b6\u05ea\u05be\u05d9\u05bd\u05d9 \u05c3 (1) Der Mensch aber hatte seine Frau Chawa erkannt. Sie empfing und gebar den Kain; sie sprach n\u00e4mlich: \u201cIch habe einen Mann mit dem Herrn erworben.\u201d (1) Der Mensch aber &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":142,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[14],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/cover_deutsch_out_spine22_Bereshit-low2-2.jpg?fit=1926%2C1282&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=136"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136\/revisions\/140"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinchaspolonsky.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}